Gefälschte Zeitung : Der Irakkrieg ist vorbei!

Millionenfach verteilt: Eine falsche Ausgabe der "New York Times" erklärt das Ende des Irak-Konflikts. Sechs Monate lang hatte die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe "The Yes Men" an dem Blatt gearbeitet.

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Sorry, diese Zeitung ist nicht kostenlos. Die gefälschte Ausgabe der "NYT". -Foto: AFP

Ein gefälschte Ausgabe der „New York Times“ in Millionenauflage hat am Mittwoch mit Datum 4. Juli 2009 und großer Schlagzeile das Ende des Irakkriegs vermeldet. Die täuschend echt wirkende „Sonderausgabe“ der renommierten Tageszeitung berichtete auch über die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo Bay auf Kuba und dass der frühere US-Präsident George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt wurde. Die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe „The Yes Men“ outete sich am Mittwoch als Herausgeber der 14-seitigen Zeitung.

Sechs Monate lang hätten sie an dem Blatt gearbeitet und über eine Million Exemplare mithilfe von tausenden Freiwilligen kostenlos in New York und anderen US-Städten verteilt. Unter anderem ist zu lesen, dass sich die frühere US- Außenministerin Condoleezza Rice für Lügen über die angeblichen Massen vernichtungswaffen im Irak entschuldigt hat. Das Blatt berichtet über eine Ölsteuer zur Finanzierung von Umweltstudien, den Ausbau von Fahrradwegen in New York, Obergrenzen für Manager gehälter und die Einführung einer nationalen Gesundheitsvorsorge.

„Ich denke, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Diskussion, was wir erreichen wollen“, sagte „Yes Men“-Mitbegründer Igor Vamos am Mittwoch der „Albany Times Union“. Der Assistenzprofessor am Rensselaer Polytechnic Institute in New York erzählte dem Blatt, er habe für die falsche „New York Times“ einen Bericht über das weltweite Verbot von Massenvernichtungswaffen geschrieben. Einer der Urheber des Projekts, der sich selbst als „Wilfred Sassoon“ ausgab, sprach von rund 30 beteiligten Autoren. Seinen Angaben nach lieferten auch einige Mitarbeiter der echten „New York Times“ Artikel ab.

Von der renommierten Tageszeitung gab es zunächst nur einen knappen Kommentar: „Das ist eindeutig eine gefälschte Ausgabe der ,Times‘. Derzeit versuchen wir, mehr darüber herauszufinden“, sagte Sprecherin Catherine J. Mathis. Auf der Website der „NYT“ war zu lesen: „Sorry, Leute, diese Zeitung ist nicht kostenlos. Und der Irakkrieg ist nicht vorbei, zumindest jetzt noch nicht.“

Die „Yes Men“-Aktivisten schlossen sich Ende der 90er Jahre zusammen. Die Globalisierungskritiker gerieten vor allem durch eine gefälschte Internetseite der Welthandelsorganisation WTO in die Schlagzeilen. Als vermeintlich le gitime WTO-Mitarbeiter wurden sie zu Konferenzen und Vorträgen eingeladen, bei denen sie satirisch Kritik übten. Ihre Aktionen wurden 2003 in dem Pseudo dokumentarfilm „The Yes Men“ be leuchtet. dpa/Tsp

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