Medien : Geliebter Hockeytrainer

Eifersuchtsdrama zwischen Mutter und Tochter um einen Mann

Thilo Wydra

Die Münchner Regisseurin Dagmar Knöpfel, 46, mag es eher unaufdringlich. Ihr geht es um das Ungesagte. Sie hat sich mit Filmen wie der Italo-Calvino-Adaption „Ein Bett mit Passagieren” (1984), der Joseph-Conrad-Verfilmung „Morgen” (1986) oder zuletzt mit dem historischen Liebesdrama „Requiem für eine romantische Frau” (1998) einen Namen gemacht. Auch dem Dokumentarischen ist sie nachgegangen, arbeitete zum Beispiel an „Tintoretto” (2000).

Nun also ein Fernsehfilm, produziert von der erfolgsverwöhnten teamWorx München, mit dem vielleicht doch etwas belanglosen Titel „Der Freund meiner Mutter”. Aber Dagmar Knöpfel gelingt es über weite Strecken, das Drehbuch von Sylvia Leuker („Harte Brötchen”, ebenfalls teamWorx) ansprechend umzusetzen, wenngleich diese Arbeit nicht mit ihren eigenen Literaturverfilmungen Schritt halten kann.

Katrin (Anica Dobra) führt ein ziemlich geordnetes Leben, die Scheidung von Ehemann Richard (Roland Koch) liegt schon einige Zeit zurück, ihre Münchner Apotheke läuft bestens, und Nele (Nadja Bobyleva), Katrins pubertierende 16-jährige Tochter, erlebt gerade ihre erste Liebe. Und himmelt gleichzeitig ihren Hockeytrainer Klaus (Jürgen Vogel) an. Mutter Katrin verliebt sich in Tochter Neles Trainer und begeht damit in deren Augen einen unverzeihlichen Fehler. Die Fronten spitzen sich zu, als Katrin unverhofft schwanger wird und Nele, die eigentlich das Zeug für die Bundesliga hätte, im Spiel nachlässt.

„Der Freund meiner Mutter” ist eine kleine Geschichte, solide und konventionell in Inszenierung und Fotografie, dabei in seiner Darstellung durchaus berührend. Gerade Jürgen Vogel ist es, der den Gang der Dinge trägt, der diesen gutmütigen Klaus spielt, mit beiden Beinen geerdet, und irgendwie liebenswert. Der allzu reglementiert lebenden Apothekerin öffnet der Hockeytrainer Augen und Herz, und am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war. Eben einfach wie aus dem Leben gegriffen. Aus einer dieser Schicksalsspiralen, in denen wir alle mehr oder weniger stecken.

„Der Freund meiner Mutter“, ARD, 20 Uhr 15

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