Medien : Gemeinsam gegen Doping

21.09.2006 00:00 UhrVon Kurt Sagatz

Tagung der europäischen Fernsehsender in Genf

Die in der European Broadcasting Union (EBU) zusammengeschlossenen Fernsehsender werden am Donnerstag in Genf nach einer gemeinsamen Linie im Kampf gegen Doping bei Sportveranstaltungen wie der Tour de France suchen. Dies sagte ARD-Radsportsprecher Rolf-Dieter Ganz anlässlich der Rad-WM in Österreich dem Tagesspiegel. „Wir wollen sicherstellen, dass wir in Zukunft keine belasteten Teams mehr auf dem Bildschirm sehen“, sagte Ganz. Mit schnellen Ergebnissen rechnet der ARD-Mann zwar nicht, dennoch ist er für die Verhandlungen zuversichtlich: „Auch wenn das deutsche Fernsehen etwas stringenter mit dem Thema Doping umgeht, so haben doch alle europäischen Sender mit dem Problem zu kämpfen.

Die Gespräche auf nationaler Ebene zwischen den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und den Spitzenverbänden des Sports kommen offenbar voran. Es sei gut, dass beim Bund Deutscher Radfahrer mit Rudolf Scharping als Präsident ein Mann mit hohem politischen Standing an der Spitze stehe, sagt ARD-Sportsprecher Ganz. Scharping hatte nach dem Doping-Skandal bei der diesjährigen Tour de France schnell Verständnis für die Forderung der öffentlich-rechtlichen Sender nach einer Ausstiegsklausel signalisiert.

Diese Doping-Ausstiegsklausel ist bereits im neuen Sportrechtevertrag für die Jahre 2007 bis 2009 enthalten, erklärte Tanja Haug von der ARD/ZDF-Sportrechte-Agentur „SportA“. Der neue Vertrag liege nun bei der von den 32 deutschen Sportverbänden eingerichteten Clearingstelle zur Unterschrift bereit. „Uns ist es wichtig, dass die Verbände aktiv gegen Doping vorgehen“, sagte Haug: „Wenn dort die Hände in den Schoß gelegt werden, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Übertragungen bei ARD und ZDF haben.“ Anders ausgedrückt: In einem solchen Fall findet eine ausführliche Berichterstattung künftig nicht mehr statt.

Diese neue Haltung wirkt sich auch auf die Berichterstattung von der Rad-WM in Österreich aus, obwohl es dafür keine Ausstiegsklausel gibt. Zur TV-Übertragung aus Salzburg gehört ein Bericht von ARD-Experte Hajo Seppelt über den aktuellen Stand bei den Doping-Ermittlungen. Auch in Interviews wie unter anderem mit den beiden deutschen Rad-WM- Hoffnungen Sebastian Lang und Andreas Klöden soll das Thema nicht ausgespart bleiben.

„Sportschau live: Rad-WM – Einzelzeitfahren Herren“, ARD, Donnerstag, 15 Uhr 10

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