Medien : Gemeinsam stärker

Ob Abenteuer, Strategie oder Gesellschaftsspiele – im Internet findet sich immer ein Mitspieler

Markus Ehrenberg[Bertram Küster],Kurt Sa

So abwechslungsreich PC-Spiele sind, für viele Menschen kommt der richtige Spaß erst auf, wenn sie nicht gegen den Computer spielen, sondern mit anderen Mitspielern oder gegen sie. Millionenfach treffen sie sich im Internet, um gemeinsam Abenteuer zu bestreiten oder Schachspieler zu finden, die dem eigenen Niveau entsprechen und gerade Zeit haben. Aber auch für Zwischendurchspieler, die keine Lust mehr auf die in Windows und Co. enthaltenen Spiele haben, ist das Internet eine wahre Fundgrube.

AUF INS ABENTEUER

Das derzeit beliebteste Online-Rollenspiel heißt „World of Warcraft“ (kurz: WoW). Es gehört zu den Massive Multiplayer Online Games (MMOG), also zu jenen Internetspielen, an denen sich Millionen Menschen auf der ganzen Welt zeitgleich beteiligen können. „World of Warcraft“ zählt 6,5 Millionen Abonnenten, die monatlich rund 13 Euro zahlen, um in dem Fantasyreich Azeroth Abenteuer zu erleben. Aber was ist das Faszinierende an dieser quietschbunten Fantasy-Welt, die aussieht, als hätte Walt Disney den „Herrn der Ringe“ inszeniert? Wie in jedem Rollenspiel wird zunächst die eigene Spielfigur entwickelt. Zur Auswahl stehen Ork-Krieger, Priester, Elfenmagier oder man wird Schmied, Alchemist oder Koch. Als Einzelspieler kommt man in WoW nicht weit. Die meisten Spieler werden schnell Mitglied in einer Gilde. Hier trifft man sich zu Streifzügen, tauscht erbeutete Gegenstände, Rüstungen und Waffen und schließt Online-Freundschaften. Auch wer nur kurze Ausflüge in die virtuelle Welt plant, wird von dem Fantasiereichtum der Spieldesigner fasziniert sein. Die riesige Spielwelt verzaubert mit einer Vielzahl an Szenerien zwischen romantischen Feenwäldern, eisigen Berglandschaften und riesigen Prachtstädten. Und der Flug auf einem Greifen über das Online-Reich von „World of Warcraft“ gehört wohl zu den eindrucksvollsten Spielerlebnissen der Computerspielgeschichte. „World of Warcraft“ benötigt einen Standard-PC mit Windows. Das Spiel (geeignet ab 12 Jahren) kostet rund 40 Euro, darin ist ein Freimonat für die Onlinewelt enthalten. Danach beträgt die monatliche Abogebühr 12,99 Euro.

SCHACH ÜBERS DAS NETZ

Als die ersten Schachcomputer auf den Markt kamen, ahnte niemand, welche Möglichkeiten sich beim Thema Schach und Internet ergeben. Das World Wide Web ist wie geschaffen fürs virtuelle Kräftemessen im königlichen Spiel. Über 200 000 Spieler sind auf dem weltweit größten Schachserver schach.de registriert. Mitgliedspreis für ein Jahr: 29 Euro (Mitgliedschaft im Schachklub: zwischen 90 und 200 Euro). Während man beim Vereinsabend immer die gleichen Spieler – mit den gleichen Eröffnungen – trifft, findet man auf dem Internetserver Stammbesucher und neue Gleichgesinnte, für jede Spielstärke, aus jeder Ecke dieser Welt. 135 Millionen Partien wurden dort bisher ausgetragen. Bis zu 7000 Besucher sind zur selben Zeit online. Die Benutzerführung ist einfach. Software runterladen, anmelden, Namen ausdenken, im Spielesaal einen Gegner herausfordern oder Wunschprofil eintragen (Wie lange soll gespielt werden? Um wie viel Geld? Wie stark soll der Gegner sein?) und warten, bis ein Zocker aus Neapel oder eine Blitzschachspielerin aus Vancouver vorbeikommt. Für Einsteiger und Hobbyspieler gibt es eigene Räume. Wichtigste Voraussetzung: DSL-Flatrate.

DAS KURZE SPIEL ZWISCHENDURCH

Für alle Menschen, die ihre Abende nicht regelmäßig in Online-Rollenspielen verbringen wollen und keine Schachcracks sind, bieten sich im Internet die kostenlosen Browser-Games an. Bei ihnen handelt es sich um kleine, überschaubare Spiele mit einfachen Regeln. Sie müssen auch nicht extra auf dem Computer installiert werden, sondern laufen einfach im Internetprogramm, daher der Name Browser-Games. Neben Klassikern wie Dame, Mühle, Backgammon oder den vielen Tetris-Klonen und Space-Invaders-Abkömmlingen bieten die Server eine schier unendliche Zahl von zwar weniger populären, aber dennoch kurzweiligen Spielen, die man bei Nichtgefallen einfach wegklickt. Zu den Servern mit großer Auswahl gehören onlinespiele.org und funnygames.de. Über aufwändigere Browser-Games informieren die Seiten galaxy-news.de und gdynamite.de.

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