• Gericht dringt auf Einigung im App-Streit Verleger und ARD sollen selbst Kompromiss finden

Medien : Gericht dringt auf Einigung im App-Streit Verleger und ARD sollen selbst Kompromiss finden

Im Verfahren um die „Tagesschau“-App hat das Kölner Landgericht an die Zeitungsverleger und die ARD appelliert, sich untereinander zu einigen. „Halten Sie es für völlig ausgeschlossen, wenn man mal redet?“, fragte der Vorsitzende Richter Dieter Kehl am Donnerstag. Ein möglicher Kompromiss könne sein, dass die Inhalte, die sich nicht direkt auf die Sendung beziehen, in der „Tagesschau“-App abgespeckt und die sendungsbezogenen Inhalte vertieft würden.

Acht Verlage, darunter die Axel Springer AG („Bild“, „Welt“) und die Mediengruppe DuMont Schauberg („Berliner Zeitung“, „Kölner Stadt-Anzeiger“), hatten gegen die kostenlose „Tagesschau“-App geklagt. Sie betrachten sie als unfaire Konkurrenz, da sie mit langen Texten neben „Tagesschau“-üblichen Videos „presseähnlich“ sei. Die Zeitungen wollen mit ihren Apps Geld verdienen. Das kostenlose ARD-Angebot mache den Markt kaputt, argumentieren sie. Die ARD weist das zurück und pocht darauf, dass die „Tagesschau“ auf allen relevanten Endgeräten präsent sein müsse. Die „Tagesschau“-App hat mittlerweile mehr als 2,4 Millionen Nutzer.

Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel begrüßte die Gesprächsaufforderung: „Nichts anderes habe ich bereits mehrfach trotz der Klage der Verleger und unabhängig davon vorgeschlagen. Ich bin sicher, dass ein solches Treffen jetzt auch zeitnah stattfinden wird“, sagte Piel am Donnerstag. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, meinte, im Dialog könnten möglicherweise Verhaltensregeln verabredet werden, mit denen sowohl ARD und ZDF als auch den Verlagen mehr gedient sei als mit einem viele Jahre andauernden Rechtsstreit. „Unabhängig davon sind wir aber auch an einer grundsätzlichen rechtlichen Bewertung des Begriffs ,Presseähnlichkeit’ sehr interessiert“, sagte Heinen.Tsp/dpa

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