Gericht : Eva Herman siegt gegen Springer-Verlag

Die TV-Moderatorin und Autorin Eva Herman hat gegen den Axel-Springer-Verlag („Bild“, „Welt“) vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln einen juristischen Sieg errungen. Der Verlag darf Herman nicht weiter falsch zitieren, sie habe den Nationalsozialismus in Teilen gutgeheißen, entschied das OLG am Dienstag.

Das „Hamburger Abendblatt“ hatte am 7. September 2007 geschrieben, Herman habe bei der Vorstellung ihres Buchs „Das Prinzip Arche Noah“ gesagt, in der NS-Zeit „sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter“. Die Ex-„Tagesschau“-Sprecherin sah sich mit dem Zitat als Sympathisantin der NS-Familienpolitik verunglimpft, klagte auf Unterlassung und Zahlung einer Geldentschädigung.

Die Richter des OLG – wie schon in der Vorinstanz das Landgericht Köln – gaben im Wesentlichen der Moderatorin recht. Das Zitat sei ihr in den Mund gelegt worden, es sei falsch und entspreche nicht ihren tatsächlichen Äußerungen. Es habe sich um „eine Interpretation“ ihrer bei der Pressekonferenz gemachten „mehrdeutigen Äußerung“ gehandelt. Dadurch werde Herman „massiv in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht“ beeinträchtigt, und sie erscheine in negativem Licht, da letztlich der Unrechtscharakter des NS-Regimes bagatellisiert werde.

Der Verlag muss Herman nach dem Urteil im Berufungsverfahren wegen „schwerwiegender Persönlichkeitsverletzung“ auch eine Entschädigung von 25 000 Euro zahlen. Außerdem muss der Verlag in einer weiteren Veröffentlichung die Äußerungen von Herman bei einer Pressekonferenz im September 2007 in Berlin richtigstellen (Az: OLG Köln 15 U 37/09). Tsp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben