"Gottschalk live" : Alles seins

Gottschalks ARD-Show soll nach Berlin-Mitte. Der Moderator will auch Produzent sein.

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Noch pendelt Thomas Gottschalk zwischen seinen Wohnsitzen im kalifornischen Malibu und Remagen am Rhein, wo er ein Schloss besitzt. Schon bald wird der 61-jährige Entertainer nach einer Bleibe in Berlin suchen. Denn seine neue Show, die er ab Januar im Ersten täglich moderiert, wird in der Hauptstadt produziert. Zwar wurde der Standort Berlin noch nicht offiziell bestätigt, doch sucht die für „Gottschalk live“ ausgeguckte Produktionsfirma Grundy Light Entertainment in Branchenforen „für eine tägliche, informative Unterhaltungssendung mit dem Produktionsstandort in Berlin“ Chefs vom Dienst und Redakteure, die sich auch um Einspielfilme und Liveschalten kümmern sollen.

Am Konzept wird noch eifrig gearbeitet. Fest steht bisher nur, dass die Sendung von Montag bis Donnerstag im Ersten kurz vor der „Tagesschau“ zwischen 19 Uhr 30 und kurz vor 20 Uhr ausgestrahlt wird. Regelmäßig will Gottschalk in der Show prominente Gäste begrüßen, mit denen er über das aktuelle Tagesgeschehen spricht.

Allfällige Gäste und vor allem prominente sollen nicht in die Wälder Brandenburgs und nicht an den Stadtrand Berlins chauffiert werden, also wird in Berlin ein möglichst zentraler Studioort gesucht. Da die Deutschen außerhalb der Hauptstadt und auch die Verantwortlichen des federführenden ARD-Senders WDR Berlins Mitte für hip, cool und angesagt halten, wird „Gottschalk live“ (übrigens noch ein Arbeitstitel) dort zu sitzen kommen. Auch Ute Biernat, Geschäftsführerin von Grundy Light Entertainment, favorisiert Berlin wegen des besseren Zugriffs auf interessante Gäste – und wünscht sich ein Studio, das viel von Berlin zeigt: „Ich träume von einem Liveset mit Fensterfront zur Stadt hin. Es soll so lebendig und authentisch wie möglich sein.“

Noch gibt es keinen Vertrag zwischen ARD/WDR und dem neuen Star, der vom Zweiten ins Erste wechselt. In der Branche wird spekuliert, dass die Verhandlungen über den Vertrag nicht unbedingt mit einer sehr langen Laufzeit für die Partnerschaft enden werden. Beide Seiten, das Erste wie auch der Fernsehstar, können sich des Publikumserfolgs nicht sicher sein. Quotenkönig Gottschalk hat einiges zu verlieren im Vorlaufprogramm zur „Tagesschau“ – da ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende für den Mann, der mit 61 in der Abendsonne seiner Karriere steht.

Gottschalk wird ein sehr ordentliches Moderatorenhonorar erhalten. Doch natürlich weiß der Fernsehprofi, dass dieses Einkommen über die Produktion der Sendung aus eigener Hand deutlich gesteigert werden kann. Das haben, nur zum Beispiel, Sabine Christiansen, Frank Plasberg oder Anne Will eindrucksvoll vorexerziert. Moderator plus Produzent, so lautet die Formel zum Glück.

Mit „Brot & Spiele“, der Firma, die Gottschalk mit seinem Bruder Christoph führt, wird er an der Produktion beteiligt werden wollen. Und dann ist da noch I + U, das florierende Unternehmen von Gottschalks Busenfreund Günther Jauch. In Berlin produziert I + U die ARD-Talkshow „Günther Jauch“. Bis das Team aus Redaktion und Produktion für „Gottschalk live“ steht, wird noch viel verhandelt und verteilt werden müssen.

Die ARD plant, Thomas Gottschalk am 23. Januar an den Start zu schicken. Die Programmdirektion in München hat bestätigt, dass der Termin ARD-intern diskutiert werde. Joachim Huber/meh/sop

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