Gruner + Jahr : Ursula Weidenfeld verlässt "Impulse“

Die Turbulenzen bei den Wirtschaftsmagazinen des Hamburger Verlags Gruner + Jahr (G+J) nehmen stetig zu. Nachdem „Capital“-Chefredakteur Klaus Schweinsberg bereits Ende 2008 seine Kündigung einreichte, verabschiedet sich nach Informationen des Tagesspiegels jetzt auch Ursula Weidenfeld als „Impulse“-Chefredakteurin. Erst seit Mai steht Weidenfeld, die zuvor stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegels war, an der Spitze des Blattes. Ihr Abgang dürfte auch im Zusammenhang mit den G+J-Plänen stehen, die Wirtschaftspresse ab März in einer Zentralredaktion in Hamburg unter der Führung von Steffen Klusmann, Chefredakteur der „Financial Times Deutschland“, zu vereinen. Bisher werden „Impulse“ und „Capital“ in Köln produziert, „Börse Online“ in München. Den mehr als 110 Mitarbeitern der Magazine soll demnächst gekündigt werden, ob sie in der neuen Zentralredaktion einen Job finden, ist nicht garantiert. Insgesamt sollen 60 Stellen gestrichen werden. Was Weidenfeld künftig machen wird, ist unklar. Ebenso, wer ihr bei „Impulse“ folgt.

Die schlechte Stimmung bei der Belegschaft der G+J-Wirtschaftsmedien hatte sich in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt. In einem Brief an Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski machten die Mitarbeiter ihrem Ärger Luft. Die Belegschaft befinde sich in einer „Schockstarre“, schrieben sie. Der „wachsende Dilettantismus in der Verlagsführung“ mache das Projekt zu einem „Himmelfahrtskommando“. Die Bertelsmann AG ist mit 74,9 Prozent Mehrheitseigentümerin bei G+J. Bernd Buchholz, der am Dienstag Bernd Kundrun als G+J-Vorstandschef ablöste, muss die Probleme möglichst schnell in den Griff bekommen. sop

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