Medien : Guido Knopps Dresden-Drama gewinnt Emmy

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Die deutsche Fernsehkritik hat die Dokumentation „Das Drama von Dresden“ ignoriert, als das ZDF sie im Februar ausstrahlte. Zu groß ist der Output der Knopp’schen Fernsehgeschichtswerkstatt, als dass jeder einzelne Film gewürdigt werden könnte, zumal alle recht ähnlich gestrickt sind. Umso größer war gestern die Überraschung, dass ausgerechnet Knopps Dokumentation über die Bombardierung von Dresden in der Nacht zum Dienstag einen Emmy erhielt. Der Emmy gilt als Oscar der Fernsehbranche. Für die amerikanische Jury ist „Das Drama von Dresden“, das in Guido Knopps Redaktion Zeitgeschichte unter der Regie von Sebastian Dehnhardt entstand, die beste Dokumentation des Jahres.

Schon im vierten Jahr in Folge gewinnt das deutsche Fernsehen eine der begehrten Emmy-Trophäen; der Wettbewerb wird für US- und internationales Fernsehen getrennt ausgerichtet. 2002 bekam Heinrich Breloers Dokudrama „Die Manns“ einen Internationalen Emmy, 2003 der WDR-Film „Mein Vater“ mit Götz George und im vergangenen Jahr die Serie „Berlin, Berlin“. Dieses Jahr war „Berlin, Berlin“ wieder nominiert, ging aber leer aus, genauso wie Bastian Pastewka mit seiner RTL-Sketch-Serie „Ohne Worte“.

Der Preis ist eine große Bestätigung für Guido Knopp, der seinen inländischen Kritikern immer entgegenhielt, wie erfolgreich seine Filme im Ausland doch seien. Jetzt kann er ihnen einfach wortlos die Emmy-Trophäe entgegenhalten. Auf der Emmy-Gala im New Yorker Hilton-Hotel sagte Knopp: „Der Preis zeigt, dass Dokumentationen aus Deutschland im internationalen Vergleich bestehen können.“ Der Preis zeigt auch, dass im internationalen Vergleich offenbar die populär-pathetische Geschichtsvermittlung mehr zählt als das kunstvolle Einzelstück. nol

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