Guttenberg-Satire : Gel und Brille: "Der Minister" lädt zum Set

Ins Fernsehen kommt die Satire über den gestrauchelten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erst im Frühjahr 2013. Einige Szenen zeigte Teamworx-Produzent Nico Hofmann schon mal vorab.

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Nicht das Original, aber eine gut gemachte Fälschung: Kai Schumann als Karl-Theodor zu Guttenberg
Nicht das Original, aber eine gut gemachte Fälschung: Kai Schumann als Karl-Theodor zu GuttenbergFoto: dpa

Natürlich haben sie auch ein Making of produziert. Mitten auf der Straße vor ganz normalen Menschen. Nico Hofmann erinnert sich noch an eine Passantin, „die schaut auf die Szene und sagt: Guck mal, er ist wieder zurückgekehrt!“

Er, also: Karl-Theodor zu Guttenberg, ist natürlich nicht zurückgekehrt. Aber Kai Schumann ist mit Gel und Brille und Maßanzug eine annähernd perfekte Kopie des Ex- Ministers, dessen Karriere der Produzent Nico Hofmann gerade als Satire verfilmen lässt. Mit Alexandra Neldel als Politkergattin, Katharina Thalbach als Kanzlerin und Thomas Heinze als Chefredakteur, der sich ebenso Gel aufs Haupt schmiert wie der adlige Staatskünstler, in „Der Minister“ heißt er Franz Ferdinand von und zu Donnersberg.

Politische Satire hat es nicht leicht im deutschen Fernsehen, und ein erster Blick auf die handelnden Figuren lässt Böses ahnen. Die Kanzlerin heißt Angela Murkel und der Finanzminister Schäufele. „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind … hm … liegen auf der Hand“, sagt Regisseur Uwe Janson.

Die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg in Bildern:

Die Plagiatsaffäre - Guttenberg bis zum Schluss
1. März 2011: Karl-Theodor zu Guttenberg bei seinem Abgang aus dem Amt des Bundesverteidigungsministers. Die Universität Bayreuth wirft ihm Anfang Mai "vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten" vor. Er habe "die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht."Weitere Bilder anzeigen
1 von 54Foto: Reuters
06.05.2011 14:321. März 2011: Karl-Theodor zu Guttenberg bei seinem Abgang aus dem Amt des Bundesverteidigungsministers. Die Universität Bayreuth...

Die Handlung weicht dann doch ein wenig ab vom realen Szenario. In Jansons Film ist der adlige Staatskünstler kein gerissener Karrierist, sondern ein wirrer Traumtänzer, der von allen nur Stoni genannt und von seiner Frau in die Politik gedrängt wird. Der beste Freund Max Drexel (Johann von Bülow) schreibt ihm die Doktorarbeit. Gedreht wird zurzeit in Berlin, am Freitag hat Teamworx-Produzent Hofmann schon ein paar Szenen vorführen lassen. Zu sehen ist, wie von und zu Donnersberg vorzugsweise mit einem mannsgroßen Tennisschläger Schmetterlinge durchs Büro jagt.

Als der Minister von der Reportermeute gefragt wird, ob er nun dafür oder dagegen sei, antwortet er wohlakzentuiert: „Sowohl als auch! Und zu dieser Meinung stehe ich auch!“ Das ist, zugegeben, alles ganz lustig anzuschauen. Aber in einem zweiminütigen Trailer versprechen auch Filme von und mit Til Schweiger abendfüllende Unterhaltung. Im kommenden Frühjahr soll „Der Minister“ bei Sat 1 laufen. Zur Premiere will Nico Hofmann auch Karl-Theodor zu Guttenberg einladen.

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