Medien : Haben sich wieder alle lieb?

RBB-Hörfunkchefin: Für Kulturradio Kritik – und Lob

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Frau Steer, das Kulturradio des RBB ist am 1. Dezember vergangenen Jahres auf Sendung gegangen. Jetzt gibt es erste, vorläufige Zahlen zur Nutzung. Wie sehen die aus?

Ich kann nur sagen, es gibt eine Konvention der Arbeitsgemeinschaft MediaAnalyse, wonach Daten für Radioprogramme, die nur in einer Befragungswelle gemessen wurden, nicht veröffentlicht werden dürfen. Daran haben sich bisher alle Programme, die in der Vergangenheit neu an den Start gegangen sind, auch gehalten, egal ob öffentlich-rechtlich oder kommerziell. Die offiziellen Daten der MA müssen immer auf zwei Befragungswellen beruhen. Das heißt, die ersten aussagefähigen Zahlen für das Kulturradio werden im März 2005 vorliegen.

Das Kulturradio hatte einen schweren Start und einen schweren Stand bei den Hörern. Haben sich jetzt wieder alle lieb?

Ob unsere Hörer uns alle lieb haben, weiß ich nicht. Tatsache aber ist, dass wir unsere Hörer hoch achten und uns bemühen, den Bedürfnissen und Interessen unserer Hörer zu entsprechen. Unser Wissen darum fußt nicht auf unseren persönlichen Einschätzungen, wir haben diese in mehreren qualitativen Studien untersucht.

Wie äußern sich die Hörer?

Zunehmend sind Lob und Kritik gut verteilt. Wir haben positven Zuspruch inbesondere für den zusätzlichen Platz für die lange Lesung um 14 Uhr 30 und haben erfreulicherweise eine gute Resonanz auf die tägliche Buchkritik und die täglichen Hörstücke wie Kurzhörspiele und Kurzfeatures. Aber auch Kritik gibt es bisweilen noch. Manche Hörer vermissen zum Beispiel längere Musikstücke am Morgen.

Von den Reaktionen her: Muss am Programm etwas geändert werden?

Wir sind nicht ignorant gegenüber Hörerkritik und Anregungen. Deshalb haben wir bereits zum 1. April einiges im Programm geändert. Wir arbeiten ständig an dem Programm, wir versuchen, die Qualität der einzelnen Beiträge im Tagesprogramm noch zu verbessern und diese Beiträge noch deutlicher am Interesse der Hörer auszurichten. Für das Kulturradio gilt übrigens, was für Radioprogramme gilt: Es muss am Puls der Zeit und der Menschen sein und sich aus sich selbst heraus verändern.

Das Interview führte Joachim Huber.

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