Hackordnung der Quatschbuden : Anne Will soll am Mittwoch

Wie die ARD die drohende Talkflut 2011 mit Beckmann, Jauch, Maischberger, Plasberg, Will kanalisiert

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Der legendäre ARD-Gastgeber Werner Höfer schaffte es, bei seinem „Internationalen Frühschoppen“ fünf Gäste aus sechs Ländern zu versammeln. Dieses Wunder wird dem amtierenden ARD-Programmdirektor Volker Herres nicht gelingen. Das Erste wird vom Herbst 2011 an die Talks von Günther Jauch (neu), Anne Will, Frank Plasberg, Sandra Maischberger und Reinhold Beckmann nicht auf vier Wochentage konzentrieren können, die fünf Sendungen werden von Sonntag bis Donnerstag laufen.

Der jüngste Vorschlag von Herres zur Verteilung wird von den ARD-Intendanten Ende November diskutiert. Der Vorschlag folgt zwei Prämissen: Alle fünf müssen untergebracht, keine Sendung darf den neuen, einheitlichen Starttermin der „Tagesthemen“ um 22 Uhr 15 gefährden. Jauch ist für Sonntag engagiert worden, also wird er am Sonntag talken. Frank Plasberg, der Protegé der ARD-Intendantin Monika Piel, rückt von Mittwoch um 21 Uhr 45 nach Montag um 21 Uhr. Sandra Maischberger, Protegé Nummer zwei der mächtigen WDR-Frau im Intendantenrund, bleibt bei Dienstag um 22 Uhr 45. Anne Will wird von jetzt Sonntag nach Mittwoch um 22 Uhr 45 verschoben, Reinhold Beckmann geht von Montag nach Donnerstag.

Jauch und Plasberg werden nach Informationen aus der ARD die Nummer der harten politischen Jungs spielen. Maischberger und Beckmann pflegen weiterhin ihre Talknote aus Volksfürsorge und Kummerkasten. Beckmann am Donnerstag soll auch die softe Alternative zur ZDF-Politheroine „Maybrit Illner“ am selben Wochentag sein. Anne Will, mit starker Akzeptanz beim Publikum und schwacher Lobby bei den ARD-Hierarchen, könnte aufgegeben werden, mit einem neuen Konzept gegen „Stern TV“ am Mittwoch bei RTL anzutreten.

Nun hat auch eine Fernsehwoche in der ARD nur sieben Tage, und jeder Tag hat nur 24 Stunden. Die kommende Talkoffensive wird eindeutig zulasten der Dokumentation im Programm gehen. Oder die Intendanten denken ganz neu – und der jüngste Vorschlag von Herres war nicht sein letzter. Joachim Huber

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