Medien : Hagen Boßdorf – ein Mann mit drei Verträgen und ungewisser Zukunft

Joachim Huber

Hagen Boßdorf, das ist der ARD-Mitarbeiter mit drei Verträgen. Mit dem Norddeutschen Rundfunk hat er einen Vertrag als künftiger Sportchef des Senders. Ob er dieses Amt antreten wird, entscheidet heute Abend der NDR-Verwaltungsrat. Nach dem Bekanntwerden von Boßdorfs Stasi-Kontakten wird der Journalist am 1. März 2006 Gerhard Delling als Sportchef nicht nachfolgen, heißt es aus dem Gremium. Dann müsste der bereits von allen Beteiligten unterschriebene Vertrag aufgehoben werden. Derzeit arbeitet Boßdorf als ARD-Sportkoordinator in München. Den Fragezeichen um seine Biografie zum Trotz kommt Boßdorf an jedem Arbeitstag in sein Büro in der ARD-Programmdirektion. Der Vertrag als ARD-Sportkoordinator ist bis 2007 datiert. Er ist nicht gekündigt. Sollte Boßdorf keine Anstellung in Hamburg finden, dann könnte die ARD, die ARD-Programmdirektion ein arbeitsrechtliches Problem bekommen. Nun ist der Vertrag des Sportkoordinators wie die Verträge aller ARD-Koordinatoren ein so genannter Funktionsvertrag, im Falle von Boßdorf datiert auf den Zeitraum 2002 bis 2007. An dieser Stelle kommt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ins Spiel: Der RBB ist der Rechtsnachfolger des Senders Freies Berlin (SFB) und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB). Der ORB in Potsdam war der letzte Arbeitgeber von Hagen Boßdorf, bevor der Journalist als ARD-Sportkoordinator nach München wechselte. Boßdorf arbeitete beim ORB als Chefredakteur Fernsehen und auf der Grundlage eines unbefristeten Vertrages. Ein RBB-Sprecher bestätigte dem Tagesspiegel, dass Hagen Boßdorf ein Rückkehrrecht in den Rundfunk Berlin-Brandenburg geltend machen könne. Und zwar mit Blick auf eine Funktion, die der eines Chefredakteurs oder eines Sportchefs entspricht, denn das war Boßdorf vor seiner ORB-Chefredaktion.

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