Hallo bei "logo!" : Einfach erklären, was passiert

Die ZDF-Kindernachrichten erklären seit 25 Jahren die Welt. Mit Erfolg: Kinder schalten ein, Erwachsene schauen mit, wenn "logo!" läuft.

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Es war einmal ... Als „logo!“ am 9. Januar 1989 startete, waren auch Dirk Chatelain (links), Barbara Biermann und Peter Hahne als Moderatoren am Start. Foto: ZDF
Es war einmal ... Als „logo!“ am 9. Januar 1989 startete, waren auch Dirk Chatelain (links), Barbara Biermann und Peter Hahne als...Foto: Renate Schäfer

ZDF-Moderatorin Marietta Slomka wollte SPD-Chef Sigmar Gabriel in Sachen Mitgliederentscheid zum Koalitionsvertrag zur Rede stellen. Gabriel geriet in Rage und das Gespräch in schwere Schieflage. Vielleicht sollte Slomka öfters mal „logo!“ schauen. Dort „entwaffnen“ Kinderreporter Politiker. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde also gefragt, wie sie sich denn so finde: „Ich habe mich immer so ganz in Ordnung gefunden“, stolperte die Politikerin ins Mikrofon. Der Liken-Politiker Gregor Gysi sollte sich äußern, ob er gerne mit Angela Merkel in einer Schulklasse gewesen wäre. „Lieber nicht, die wäre so viel besser gewesen“, ist Gysis pfiffige Replik. Sprachlos blieb Bastian Schweinsteiger, der Starfußballer des FC Bayern München, bei der Frage, ob er reich sei.

Drei Fragen aus zahllos vielen, die Kinderreporter in „logo!“ gestellt haben. Auch deswegen zahllos viele, weil die ZDF-Kindernachrichten seit bald 25 Jahren ausgestrahlt werden.

Am 9. Januar 1989 ist „logo!“ gestartet, zunächst gesendet im ZDF und von Montag bis Donnerstag. Der nachhaltige Erfolg hat es mit sich gebracht, dass die Kindernachrichten mittlerweile täglich laufen, samstags bis donnerstags um 19 Uhr 50 und freitags um 19 Uhr 25 im Kika. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sagte bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin, „logo!“ sei über 25 Jahre jung geblieben. Die Macher böten ein journalistisches Format, täglich aktuell und mit unverstelltem Blick auf die Welt. Diese Kindernachrichten zeichneten sich durch hohe Erklärkompetenz und klare Sprache aus und seien dicht dran am jungen Publikum.

Dieses Publikum als Kernzielgruppe zwischen acht und zwölf Jahren ist erfahrungsgemäß schwer zu interessieren für die Nachrichtenthemen dieser Welt. Euro-Krise, der Fall der Mauer, 9/11, Tsunami, das Schulmassaker in Winnenden – selbst die größten Ereignisse müssen bei aller naheliegenden Emotionalität in einem journalistischen Format mit Ursache und Wirkung versehen, verstehbar gemacht werden. Die größte Herausforderung und damit die größte Leistung der ZDF-Hauptredaktion Kinder und Jugend liegt in der kindgerechten Aufarbeitung der Themen. Was nicht passt, das muss passend gemacht werden. „Wir erklären es einfach“ lautet das (doppeldeutige) Motto.

Leiterin Barbara Biermann, von 1988 bis 1902 selbst „logo!“-Moderatorin, sagte, „Kinder interessieren sich nicht für Politik. Und Kinder sind knallhart als Zuschauer. Wer sich langweilt, schaltet weg.“ Diese Zuschauer würden ihre Nachrichten nicht aus der Verpflichtung heraus schauen, irgendwie Bescheid zu wissen. Erst wenn Kindern klar (-gemacht) witd, dass die große Politik ihr Alltagsleben beeinflusst, würden sie neugierig – „und dann wollen sie mehr wissen“, sagte Biermann. Im ZDF-Presseheft wird die 13-jährige Nina zitiert: „Das Gute an ,logo!’ ist, dass auch Themen behandelt werden, bei denen oft gesagt wird, dass sie nicht für Kinder sind, aber wir Kinder haben doch auch das Recht, die Wahrheit zu erfahren.“

Genauso wichtig ist, nicht von oben nach unten zu berichten. Das gelingt der Livesendung insbesondere durch den Dialog mit der Zielgruppe; es gehört zum Pflichtenheft der Macher, dass Kinder als Experten in eigener Sache zu Wort kommen, so in den Rubriken „Redezeit“, als Kinderreporter oder online im Chat.

320 000 Kinder von drei bis 13 Jahren sehen im Durchschnitt die tägliche Hauptausgabe am Abend im Kika, das entspricht einem Marktanteil von beinahe 23Prozent, wie das ZDF mitteilte. Ein mehr als achtbares Ergebnis für die einzigen Kindernachrichten im deutschen Fernsehen, speziell im Vergleich mit den parallel laufenden Unterhaltungsangeboten der kommerziellen Konkurrenz.

„logo!“ funktioniert auch als Erwachsenenfernsehen. Wie bei den Klassikern „Die Sendung mit der Maus“ im Ersten oder „Löwenzahn“ im Zweiten sitzen Eltern und Großeltern mit vor dem Fernseher. Gut die Hälfte der Eltern Acht- bis Zwölfjähriger sieht sich „logo“ hin und wieder mit an. Und, ehrlich, welcher Erwachsener hat sich nicht schon dabei erwischt, bei „logo!“ so ein komplexes Thema wie die Euro-Krise verstanden zu haben, das er bei „heute“ nur registriert hatte? Nach Erkenntnissen der ZDF-Medienforschung wird das Aufklärungspotenzial von „logo!“ auch im Schulunterricht genutzt.

So viel Erfolg will gefeiert sein. Also wird das ZDF am 9. Januar 2014 ausführlich berichten und zum Höhepunkt, um 19 Uhr 50, „logo!“ auch im zweiten Programm zeigen.

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