Harald Schmidt : "Ich werde die Menschen lieben"

Harald Schmidt ist gar kein Zyniker. Hier erklärt er, warum er gern mehr Steuern zahlen würde, der Papst brillant ist und die Evolution eine Lüge

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Harald Schmidt gilt als Papst der Abendunterhaltung. Doch die Quoten sind schlecht. Deshalb läuft am 3. Mai die letzte Sendung seiner Show bei Sat. 1.Alle Bilder anzeigen
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14.10.2011 10:24Harald Schmidt gilt als Papst der Abendunterhaltung. Doch die Quoten sind schlecht. Deshalb läuft am 3. Mai die letzte Sendung...

Harald Schmidt, 54, lernte Kirchenmusik und studierte Schauspiel. In den 90er Jahren führte er die Late-Night-Show ins deutsche Fernsehen ein, ein Format zwischen Witz und politischer Analyse. Nebenher spielte er Theater. Am Dienstag kehrt Schmidt nach sieben Jahren ARD ins Programm von Sat1 zurück

Herr Schmidt, lassen Sie uns schlecht über Kollegen reden.

Nein. Nie. Ich weiß, es wird gesagt, ich würde schlecht über Kollegen reden. Aber das ist üble Nachrede, nichts weiter. Wenn ich sage, Tommi wird, wenn er im Januar bei der ARD anfängt, ein Knaller am Vorabend, dann sagen viele, Schmidt ist zynisch. Ich sage einfach nur, Tommi wird ein Knaller. Das ist doch kein Zynismus, oder?

Und wie finden Sie, dass die ARD ihren teuersten Mann, Günther Jauch, mit seinem Sonntagstalk so verkauft, als wäre es das Unspektakulärste der Welt?

Sie meinen die Ankündigung „Evolution statt Revolution“? Ich wünschte, ich hätte auch diese Fähigkeit zur Demut. Die fehlt mir völlig. Ich hätte auch todsicher die beiden Begriffe verwechselt. Und ich hätte sicher auch NDR-Intendant Lutz Marmor und ARD-Programmdirektor Volker Herres, die auf dem Promofoto neben Günther stehen, aus dem Bild gedrängt. Die beiden gehören da definitiv nicht hin, die spielen nicht in der gleichen Liga wie Günther. Aber wahrscheinlich ist er noch zu unerfahren im Job, um sich dagegen zu wehren. Ich hätt’ die beiden rausgeschmissen. Na, meine Herren, ist das ein Einstieg in ein schönes Gespräch?

Die ARD-Granden scharwenzeln geradezu um Herrn Jauch herum.

Ich versteh das. Das müssen Sie sich so vorstellen, als wenn Sie im Urlaub neben sich im Strandkorb plötzlich André Rieu entdecken. Da würden Sie auch ganz wuschig.

Sie meinen, weil er im Strandkorb kein Toupet trägt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass André Rieu ein Toupet hat. Sonst würde er ja André Toupet heißen. Comedy in Deutschland kann nicht in der Krise sein, wenn mir so was ganz spontan einfällt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Schmidt für seine Sendung am Dienstag geplant hat.

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