Medien : Hartmann ist deutsches Kulturgut

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Herr Klusmann, was hat Sie in den Medien in der vergangenen Woche am meisten geärgert?

Die Verbannung von Fußballreporter Waldemar Hartmann aus dem Programm der ARD. Mag sein, dass der Mann den halben Sender nervt, dass er nach dem Spiel sinnfreie Fragen stellt, und dass er ein Problem mit Frauen als Vorgesetzten hat. Geschenkt. Der Mann ist spätestens seit Rudis WeißbierOuting deutsches Kulturgut – und damit unkündbar. Solange „Waldi“ in Quarantäne muss, werde ich die Rundfunkgebühren einbehalten und dem Tierschutzbund spenden.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über die Leserbriefseiten der Tageszeitungen. Ich hatte fest damit gerechnet, dass nach der Rückholaktion von Springer, „Spiegel“ und „SZ“ wieder mal eine Reform in Deutschland zurückgedreht werden würde. Nach der Lektüre der vielen Briefe war ich positiv überrascht darüber, wie viele aufgeschlossene und veränderungsbereite Menschen es in diesem Land doch gibt. Es lebe das doppelte „s“.

Steffen Klusm ann, 38, ist seit 1. August Chefredakteur

der „Financial Times Deutschland.“

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