Hartplatzhelden.de : Mein Club, mein Spiel, mein Bild

DFB-Landesverband setzt sich bei Fußballvideos gegen Hartplatzhelden.de durch

Kurt Sagatz

„Das ist ein schwarzer Tag für den deutschen Amateurfußball, ja den gesamten Amateursport“, sagte Oliver Fritsch von der Internetplattform Hartplatzhelden.de, einer Art Youtube für Fußballfans. „Dieses Urteil ist von grundlegender Bedeutung für den Amateurfußball in Deutschland, dem damit eine weitere Möglichkeit zur Selbstfinanzierung durch Online-Vermarktungsaktivitäten eröffnet wird“, meint hingegen Herbert Rösch, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes WFV. Das Landgericht Stuttgart hat der Fanplattform Hartplatzhelden.de am Donnerstag untersagt, Videos von Begegnungen des DFB-Landesverbandes zu zeigen. „Mich freut das Urteil vor allem für unsere vielen kleinen Vereine, die mögliche Erträge für ihre selbst erbrachten Leistungen erhalten. Dieses Feld durften wir nicht sehenden Auges kommerziell ausgerichteten Anbietern überlassen“, sagte Rösch nach der Urteilsverkündung. Die Betreiber der beklagten Internetseite, die von Prominenten wie Miroslav Klose, Günther Jauch oder Marcel Reif unterstützt wird, haben angekündigt, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen.

Diese Entscheidung ist in mehrfacher Hinsicht von grundsätzlicher Bedeutung. Einerseits geht es um die Frage, wem die Bilder von Amateurfußball-Begegnungen gehören. Dürfen die Zuschauer eines Kreisliga-Spiels, so denn der Verein dies nicht verbietet, die Begegnung filmen, um die schönsten Tore oder Fallrückzieher kostenlos, aber ohne Honorar auf eine Online-Plattform wie Hartplatzhelden.de stellen? Oder liegen die Verwertungsrechte ausschließlich bei den Vereinen und somit beim jeweiligen Landesverband, weil der die Begegnungen organisiert und die Schiedsrichter stellt, also den Amateurfußball erst möglich macht? Diese Fragen betreffen nicht nur Württemberg und sind nicht auf den Fußball begrenzt. Erste DFB-Landesverbände wie Hessen und Bayern haben bereits angekündigt, nun ebenfalls zu klagen.

Aus welchem Grund das Stuttgarter Landgericht der Klage des Württembergischen Fußballverbandes stattgegeben hat, wird frühestens in den nächsten Wochen zu beantworten sein. Die Begründung des Urteils liegt noch nicht vor, gestern wurde nur die Entscheidung zur Unterlassungsklage verkündet, die der DFB-Landesverband im Oktober 2007 angestrengt hatte.

Nach Ansicht des WFV ging es dem Gericht vor allem um die Bewertung, ob die Gesamtheit des Amateurfußballs ein vermarktbares Gut darstellt. „Dem hat das Landgericht nun offensichtlich zugestimmt“, heißt es beim Verband. Der DFB hat sich der Klage nicht angeschlossen, war aber dem Vernehmen nach an der Meinungsbildung beteiligt. Der DFB betreibt zusammen mit T-Online unter fussball.de eine eigene Plattform für alle Ligen. Inzwischen können Sportbegeisterte auf der werbefinanzierten Seite ebenfalls Videos von Amateurspielen hochladen.

Die Reaktion bei Hartplatzhelden.de reicht von Enttäuschung bis zu Empörung: „Wir können das nicht verstehen.“ Das Urteil sei nicht rechtskräftig, die Videos blieben in gewohnten Umfang auf der Seite – auch die aus Württemberg, kündigte Fritsch an. „Allen Beteiligten war klar, dass das Landgericht nur eine Durchgangsstation ist“, sagte Fabian Reinholz, der Anwalt von Hartplatzhelden.de.

Nun steht der Weg durch die Instanzen an, der vom Landgericht über das Oberlandesgericht bis zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe führen kann. „Rein finanziell gesehen ist das für die Hartplatzhelden eine David-gegen-Goliath-Situation“, sagte der Anwalt. Doch nach dem Urteil steht für Fritsch fest: „Wir betrachten das als Hinspielniederlage.“ Diese kann allerdings teuer werden. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Ordnungsgeld von 250000 Euro.

www.fussball.de
www.hartplatzhelden.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar