Medien : Hartz-Schmerz

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In der linken Ecke: „Gerd“, der „AltBundes-Tanzler“ oder „Ungeheuer von Loch West“. In der rechten Ecke: „Angie“, die „Zonentrulla“ oder das „Gesichtssoufflé“. Sie haben die Wahl. „Die Gerd Show“ geht in ihre fünfte und wahrscheinlich letzte Runde. In fast 1000 Ein-Minütern hat sich der Düsseldorfer Komiker und Stimm- Imitator Elmar Brandt nun schon über den Kanzler lustig gemacht. Quer durch die Radioprogamme sind sie gelaufen. Und im TV-Sender N24 sind zwei streitende Kandidaten-Puppen zu sehen – eingestreut zwischen die echten Auftritte der Politiker im Programm des Nachrichtensenders. Die Sketche sind laut, die Scherze derb bis zotig und meist kommt „der Gerd“ besser weg. Merkel meckert, Schröder strahlt oder beendet die meisten Gespräche mit lautem Lachen.

Kauft man die Spots dann auf CD, ist es, als ob man Flusswasser in einem Eimer nach Hause trägt und dort hofft, dass sich ein Flusswasser-Gefühl einstellt. Was im Radio oder TV noch frisch und spritzig klingt, wird bei achtzig Minuten Musik und Wortwitzen schnell plärrig und prollig. Nach den 27 Scherzen und 13 Liedern wird man entweder zum frustrierten Nicht-Wähler oder spult zum nächsten Sketch. Aber: Elmar Brandts Satire ist ein Zeitdokument, für die er zu Recht den Deutschen Comedy-Preis gewann. Selten konnten so viel Scherze auf Kosten einer sperrigen Arbeitsmarktreform gemacht werden. Wer da keine „Hartz-Schmerzen“ bekommt, darf weiterhören – „bis der Hartz kommt“. sök

Elmar Brandt/Anne Onken: „Die Gerd Show: Greatest Hartz“, Preis: rund 16 Euro

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