Medien : Heikle Konstellation: Warum „Bild“-Chef Diekmann nicht eingeladen wurde

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Es wäre wohl ein spannender Schlagabtausch geworden. Doch Christian Wulff auf Kai Diekmann treffen zu lassen, ist dem ZDF offensichtlich zu heikel gewesen. Der „Bild“-Chefredakteur erhielt erst gar keine Einladung.

Diekmann sei zur Sendeplanung im Urlaub gewesen, begründet Volker Wilms, Redaktionsleiter bei „Maybrit Illner“, offiziell die Entscheidung. Nach eigenen Angaben war Diekmann jedoch wieder zurück im Springer-Büro – und wäre gerne in die Sendung gekommen. „Auch wenn ich üblicherweise nicht in Talkshows gehe, hätte ich an dieser interessanten Runde gerne teilgenommen. Zumal meine Person so sehr im Fokus der mehr oder weniger qualifizierten Diskussion stand“, sagte Diekmann dem Tagesspiegel.

Auch er hätte sich in der Sendung kritische Fragen gefallen lassen müssen zu einer Anti-Wulff-Kampagne in der „Bild“. Doch das ZDF fürchtete offenbar eine Absage von Wulff, wenn Diekmann eingeladen worden wäre. Auch andere Wulff-kritische Journalisten wie „Bild“-Reporter Martin Heidemanns oder dessen „Stern“-Kollege Hans-Martin Tillack, die beide als eine der ersten Journalisten zu Wulffs Hauskredit recherchierten, kamen deshalb wohl nicht als Gäste infrage.

Vielmehr wirkte die Talkrunde, als ob sie Wulff selbst zusammenstellen durfte. Grünen-Politikerin Antje Vollmer sei von Wulff selbst als Gast vorgeschlagen worden, heißt es aus der „Illner“-Redaktion. Redaktionsleiter Wilms versichert: „Selbstverständlich entscheidet allein die Redaktion darüber, welche Gäste angefragt beziehungsweise eingeladen werden.“

Diekmann mischte in der Runde trotzdem mit. Auf Twitter widerlegte er einige von Wulffs Aussagen, beispielsweise, dass dieser als Bundespräsident der „Bild“ kein Interview gegeben habe. Auch Vollmer bekam kontra: „Liebe Antje Vollmer, in @BILD hat NIE ein Wort zu irgendwelchen Gerüchten zur Gattin des Bundespräsidenten gestanden!“.

Dass er nun mit Wulff in einer anderen Talkshow auftreten könnte, schließt Diekmann aus: „Schade, Chance vertan, das hat sich jetzt erledigt."

Auch für die Redaktion von „Maybrit Illner“. Sonja Álvarez

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