Heimlicher Star : Jauchs Quizmaster

Der Herr der Fragen: Günter Schröder starb mit 49. Mit seiner Firma "Mind the Company" versorgte er das Who is Who des Quizfernsehens.

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Günter Schröder konnte Fragen stellen wie kein Zweiter. Und, noch besser, er wusste immer die passenden Antworten. Beides zusammen machte aus Schröder den genialen Fragen-und-Antwort-Erfinder für den RTL-Quizklassiker „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch. Am vergangenen Wochenende ist Schröder im Alter von nur 49 Jahren an Herzversagen gestorben.

Günther Jauch sagte aus diesem Anlass dem Branchendienst DWDL: „Der Tod von Günter Schröder hat uns alle vom ,WWM’-Team schockiert. Ich habe mit ihm 13 Jahre ununterbrochen zusammenarbeiten dürfen.“ Schröder sei der Garant für ebenso originelle wie witzige und gleichzeitig anspruchsvolle Fragen gewesen. „Denn langweilige Fragen garantieren das schnelle Ende einer Quizsendung. Deshalb habe ich Günter Schröder und seinem Team so viel zu verdanken“, sagte Jauch.

Schröder kam zunächst als Producer der Entertainmentfirma Endemol zu „Wer wird Millionär?“ und machte sich dann mit seiner Firma „Mind the Company“ („Wir fragen professionell“) selbstständig. Dort dachte er sich als „Millionen-Mastermind“ mit einem ganzen Team die Fragen für Jauchs Dauerbrenner-Quiz aus. „Er hatte ein sehr feines Gespür dafür, was relevant ist, aber auch unterhaltsam“, sagte sein Teammitglied Harald Valder. „Es muss für den Zuschauer immer nachvollziehbar sein, warum eine Frage gestellt wird.“ Sie dürfte zum Beispiel nicht zu ausgefallen sein. „Die Leute vor dem Fernseher müssen sich immer noch sagen können: ,Ja, das kann man wissen.’“ Aus den Abertausenden von Fragen, die sich Schröder und seine Kollegen von „Mind the Company“ für das „Who is who“ des Quizfernsehens, darunter „Fünf gegen Jauch“ oder „Rette die Million!“, ausdachten, haben sich Klassiker herausgebildet. Zum Beispiel: „Was dient nicht zur Verhütung? A: Pille B: Kondom C: Coitus interruptus D: Glücksspirale“.

Günter Schröder galt in der Fernsehbranche als „Der Herr der Fragen“, in der großen Öffentlichkeit war er nahezu unbekannt. Dorthin hat es ihn nie verschlagen, vielleicht, weil er wusste: Zu jeder Frage gehört einer, der sie so stellt, dass sich Millionen Zuschauer dafür interessieren. Einer wie Günther Jauch oder Kai Pflaume.

„Was ist als Anrede für eines der begehrtesten Models der Welt vollkommen angemessen? A: Tachalte B: Eytante C: Himutti D: Naomi“. Auch so ein echter Schröder. Joachim Huber

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