Medien : Heiß und kalt

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IM RADIO

Tom Peuckert verrät,

was Sie nicht verpassen sollten

Diese Kolumne wird in einem ICE geschrieben. Sehr früh aufgestanden heute, hastig zum Bahnhof, Drängelei vorm Expressschalter, in letzter Sekunde am Gleis. Dann viereinhalb Stunden mit Höchstgeschwindigkeit quer durch Deutschland. Vorhin im Speisewagen, als der Zug abrupt zu bremsen begann, verstummten alle Gespräche. Einen Augenblick lag Panik in der Luft. Was wir damit sagen wollen: Mit dem Radio reist man besser. „Wie gut muss im Mond woh nen sein!“ heißt ein preisgekröntes Hörspiel von An dreas Weiser , das uns in die Tiefen Amazoniens entführt. Der Autor hat im Urwald O-Töne gesammelt und dazu Texte Alexander von Humboldts montiert. Vor 200 Jahren drang der berühmte deutsche Gelehrte in den südamerikanischen Dschungel vor und schrieb dort ein literarisch beeindruckendes Tagebuch. Wir hören Humboldts Reisenotizen, dazu das Schreien echter Papageien, schwirrende Insekten aller Art, rinnende Wasser. Aber auch die Stimmen zweier Zeitgenossen aus Deutschland, die vor der Zivilisation nach Amazonien geflüchtet sind (Deutschlandfunk, 1. Mai, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

In kälteste Zonen führt uns die Radiooper „Kathryn und Peter durchqueren die Antarktis“ von Michael Wolters und Marcus Droß . In den Hauptrollen sind zwei exzellente Blockflöten-Solisten zu hören, die mit ihren Instrumenten eine Antarktis-Reise simulieren. Entlang des 70. Längengrades geht es tausende Kilometer über ewiges Eis. Flöte 1 spielt die Eislinie, Flöte 2 die Landlinie. Auch hier bewegt man sich auf der Spur eines berühmten Forschungsreisenden: Der arme Robert Scott hat den Südpol nicht nur zwei Wochen später als Amundsen erreicht, er ist auf dem Rückweg auch in der Kälte umgekommen (Deutschlandradio Berlin, 7. Mai, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

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