Medien : Helmut Markwort wird Siebzig, Siebzig, Siebzig!

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So alt wie er heute wird, sieht er beileibe nicht aus. Rustikal und gemütlich, sicher. Aber wer den Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Focus“ („Fakten, Fakten, Fakten!“) einmal live erlebt hat, auf einem der vielen Podien der Medienrepublik, der weiß, was er auch noch ist: blitzschnell, mitunter lustig und gerne bissig. Vor allem bissig. Wenn der konservative Markwort, der heute 70 wird, mit Linken diskutiert, kann er sehr böse Dinge sagen. Wie 2005, bei „Sabine Christiansen“, als er Oskar Lafontaine und der „Linken“ vorwirft, sie stünden für einen „nationalen Sozialismus“.

Der Mann hat wenigstens noch Gegner. Und Leser: Als einziges Printmedium, das nicht direkt nach dem Krieg entstand, schaffte es sein „Focus“ auf einen Spitzenplatz in der politischen Medienliga – und knackte das Nachrichtenmagazin-Monopol des „Spiegel“. „Da haben mich doch alle im Orkus gesehen“, erinnert er sich später an das Branchengeläster beim „Focus“-Start.

Schon 1956, direkt nach dem Abitur, zieht es ihn in den Journalismus. Sein Volontariat macht er noch zuhause, beim Darmstädter „Tagblatt“. Danach wird das Markwort’sche Blattmachertalent auch andernorts erkannt. Nach Stationen beim „Generalanzeiger“ in Wuppertal und dem „8-Uhr-Blatt“ in Nürnberg, leitet Markwort 1964, mit 28 Jahren, das Düsseldorfer „Stern“-Büro. Zwei Jahre später holt ihn der Verleger Franz Burda zu „Bild + Funk“ – als damals jüngsten Chefredakteur Deutschlands. Mit 34 Jahren wechselt er zur „Gong“-Verlagsgruppe, wo er über 20 Jahre bleibt. Als „King Gong“ stellt er nicht nur die Programmzeitschrift des Hauses neu auf die Beine, sondern erfindet Auflagenerfolge wie „die aktuelle“, „die 2“ oder „Herz für Tiere“. Auch an der Gründung des sehr erfolgreichen Hörfunksenders „Antenne Bayern“ bastelt Markwort mit.

Heute, längst wieder bei Burda, ist er der erste Journalist des Medienkonzerns – „Focus“-Geschäftsführer und Konzernvorstand der Hubert Burda Media. Sein Vertrag läuft mindestens bis Ende 2008. Aus der Redaktion ist zu hören, dass bislang keiner bemerkt habe, dass Markwort kürzer treten will. flex

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