Medien : Helmut Thoma: "ZDF ist ein toller Laden"

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Das Rätselraten um den zukünftigen ZDF-Intendanten geht weiter. Für Verwirrung sorgte am Dienstag RTL-Chef Gerhard Zeiler, der ein Angebot des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement abgelehnt haben soll, sich als ZDF-Intendant zu bewerben. Er wolle noch "eine ganze Weile" RTL-Geschäftsführer bleiben, sagte Zeiler laut "Wirtschaftswoche". Zuvor soll schon der Kirch-Manager Jan Mojto Clement eine Absage erteilt haben. Der SPD-Politiker dementierte allerdings, dass er sich bei Zeiler und Mojto eine Absage geholt habe.

In Sachen ZDF-Indendanz meldete sich dann auch Helmut Thoma zu Wort, Zeilers Vorgänger bei RTL und Clements Medienstandortberater. Thoma sprach von einer "fantastischen Aufgabe". Er sagte der "Zeit": "Das ZDF ist ein toller Laden." Es habe eine enorme Macht, weil es - anders als die ARD - aus einer Hand funktioniere. Die Mitarbeiter seien exzellent und kreativ. Thoma sprach sich für eine Verschiebung der für den 6. Dezember geplanten Intendanten-Wahl aus. Der Sender brauche einen Erneuerer. "Den hat die Intendantenfindungskommission noch nicht gefunden." Er selbst fühle sich zu jung für die Aufgabe, sagte der 62-Jährige, und komme als Österreicher auch nicht in Frage.

Auf der Bewerberliste stehen zurzeit sechs Namen. Fünf Kandidaten kommen aus dem ZDF: Programmdirektor Markus Schächter, sein Stellvertreter Hans Janke, Verwaltungsdirektor Hans-Joachim Suchan, der stellvertretende Chefredakteur Helmut Reitze und der Direktor Europäische Satellitenprogramme, Gottfried Langenstein. Einzige auswärtige Bewerberin ist die Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg, Dagmar Reim. ZDF-Intendant Dieter Stolte bezeichnete die in den letzten Tagen aufgebrochene Diskussion über seinen Nachfolger als "unsachgemäß und schädlich" sowohl für das Unternehmen als auch für das Amt des Intendanten.

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