Medien : „heute-journal“ schlägt „Tagesthemen“

Direktvergleich: ZDF gewinnt gegen ARD

Joachim Huber

Das ZDF-„heute-journal“ hat am Donnerstag die ARD-„Tagesthemen“ im direkten Vergleich nach Quoten deutlich geschlagen. Beide Sendungen begannen ausnahmsweise zur selben Zeit um 22 Uhr 30. Das „heute-journal“ mit Moderatorin Marietta Slomka, sonst ab 21 Uhr 45 im ZDF, verfolgten nach Senderangaben 4,20 Millionen Zuschauer und die „Tagesthemen“ mit Anne Will, normalerweise um 22 Uhr 15 zu sehen, 1,99 Millionen.

Das Ergebnis ist so eindeutig wie normal. Normalerweise kann das „heute-journal“ aufgrund seines früheren Startpunktes stets mehr Zuschauer an sich ziehen als die „Tagesthemen“, die erst danach starten. Nach den Zahlen der ARD-Medienforschung wurden im Jahresmittel 2006 die „Tagesthemen“ von 2,41 Millionen Zuschauern eingeschaltet, das „heute-journal“ des ZDF von 3,86 Millionen Zuschauern.

Die eingeschliffene Gewohnheit ist ein Grund für das Zuschauerverhalten am Donnerstag, das unmittelbare Vorprogramm ein anderer: Wer bereits das Zweite eingeschaltet hatte, der blieb auch im Zweiten, wenn das „heute-journal“ begann. Das ZDF-Magazin hatte dank der Show „Karnevalissimo“ (Beginn: 20 Uhr 15) mit 6,81 Millionen Zuschauern einen deutlich besseren Vorlauf als die „Tagesthemen“. Nach dem Abendfilm „Von Müttern und Töchtern“ mit 5,24 Millionen Zuschauern sackte im Ersten die Sehbeteiligung bei „Grenzen weg – Jobs weg: Was haben wir von Europa?“ ab 21 Uhr 45 mit WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn auf 2,30 Millionen Menschen ab.

Das Ergebnis vom Donnerstag unterstreicht die Bedeutung des „Audience flow“. In der Regel profitiert eine Sendung von dem vorlaufenden Programm und dem dort gebildeten Zuschauervolumen – im großen Maßstab, wie das „heute-journal“ vom Karneval, im sehr viel geringeren Maßstab die „Tagesthemen“ von „Europa“.

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender ist selbstbewusst genug, aus dem Vorsprung zu schließen: „Das ,heute-journal’ hat sich bei den Zuschauern als führendes Nachrichtenmagazin herausgebildet. Das spricht für die Qualität.“

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