Medien : Hilft der MDR der CDU vor den Wahlen?

Kurz vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen hat der MDR sein Programm für Donnerstag geändert - um ein Interview mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu zeigen. Dafür gab's nun heftige Kritik von den Fraktionsvorsitzenden der Linken in den Landtagen von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Sie werfen dem MDR vor, parteipolitisch nicht neutral zu sein.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat sein Fernsehprogramm für den heutigen Donnerstag geändert. Die Ratgebersendung „Escher“ wird statt um 20 Uhr 15 eine Viertelstunde später um 20 Uhr 30 beginnen. Grund dafür ist ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Thema „Wie weiter im Osten?“. Die Fraktionsvorsitzenden der Linken in den Landtagen von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kritisieren diesen Auftritt der Kanzlerin. Kein anderer Sender präsentiere so kurz vor den Landtagswahlen einen Spitzenpolitiker einer Partei exklusiv im Interview, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Mittwoch. Damit verstoße der Sender gegen den MDR-Staatsvertrag, in dem festgehalten wird, dass das Gesamtprogramm „nicht einseitig einer Partei oder Gruppe“ dienen darf. Mit dieser „Extra-Wurst“ für Angela Merkel drei Tage vor den Landtagswahlen offenbare der MDR, dass er nicht parteipolitisch neutral sei. Er wolle die Wahlen in Thüringen und Sachsen beeinflussen. Nach übereinstimmenden Vorhersagen muss die CDU in beiden Ländern mit Stimmenverlusten rechnen. Die SPD hat sich dem Protest der Linken nicht angeschlossen. Ihr Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier soll in zwei Wochen ebenfalls einen MDR-Auftritt bekommen. jbh

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