Medien : Hilft Werbung sparen?

KEF: Ohne Spots Gebühren um 1,42 Euro höher

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Die monatlichen Rundfunkgebühren würden um 1,42 Euro auf 18,45 Euro steigen, wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten komplett auf Werbung und Sponsoring verzichteten. Zu dem Schluss kommt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in ihrem am Montag in Berlin veröffentlichten 15. Bericht.

Im Einzelnen sieht die Rechnung so aus: Ohne Werbung müssten ARD und ZDF zusätzliches Programm für jeweils 180 Millionen Euro produzieren. Als Ausgleich für die entfallenen Werbegelder müssten die Sender 1,24 Euro sowie 0,18 Euro für das gestrichene Sponsoring bekommen. Ohne Werbung würde allerdings der Zwang zu besonderer Massenattraktivität entfallen, der den hohen Aufwand für das von Werbung unterbrochene Vorabendprogramm ausgelöst habe, sagte der KEF- Vorsitzende Rainer Conrad. Im KEF-Bericht heißt es dazu, dass gefragt werden müsse, ob den Anstalten ein geringerer Aufwand nicht genügen würde, um ihren Programmauftrag zu erfüllen.

Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), sieht im Bericht einen Beitrag zur Debatte über die schrittweise Werbefreiheit der Öffentlich-Rechtlichen. Für solche Pläne ließ Beck „auf mittlere und lange Sicht“ Sympathie erkennen. Sponsoring müsste allerdings möglich bleiben, weil viele Sportrechte ohne Sponsoringzusagen nicht mehr zu bekommen seien.

Die KEF erwartet ihrem Bericht zufolge, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in der laufenden Gebührenperiode bis 2008 ausgeglichene Betriebsergebnisse erzielen. Die Rundfunkanstalten hätten ihre Finanzplanung an die Gebührenentscheidung der Länder vom April 2005 bereits angepasst, die die Gebühren nur um 88 Cent angehoben haben anstatt der von der KEF vorgeschlagenen 1,09 Euro. Die geringere Anhebung habe die Anstalten zu weiteren Einsparungen gezwungen, sagte der KEF-Vorsitzende Conrad, „vor allem im Programm“. Die Sender hätten ihre Programmaufwendungen, die sie für die Gebührenperiode mit einem Volumen von über 16 Milliarden Euro veranschlagt hatten, bereits um eine Milliarde Euro reduziert. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber sagte, die Gesamtaufwendungen der ARD seien von 2001 bis 2008 bei einer durchschnittlichen Steigerung von jährlich einem Prozent unter der Teuerungsrate geblieben. In diesem Jahr belaufen sich die Erträge von ARD und ZDF auf acht Milliarden Euro.

Durch die Auflösung kleiner Landesrundfunkanstalten wie etwa des Saarländischen Rundfunks ließen sich laut KEF die Gebühren nicht weiter senken. Ein Grund dafür sei, dass kleine Anstalten eher billiger produzierten als große, sagte der KEF-Vorsitzende Conrad. Außerdem müsse nach einer Auflösung eines Senders für die betroffenen Regionen aufwändiges Ersatzprogramm produziert werden. nol/dpa

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