Hinweis für Spaßmeldungen : Facebook hilft bei Satire-Verdacht

Das soziale Netzwerk Facebook testet eine Kennzeichnung für satirische Beiträge. Doch würden die Nutzer das als Hilfe ansehen?

Lisa Fritsch
Solche Beiträge der Satire-Website "Postillon" müssten dann auch gekennzeichnet werden
Solche Beiträge der Satire-Website "Postillon" müssten dann auch gekennzeichnet werdenFoto: Scrrenshot Tsp

Nicht selten greifen Satire-Magazine ernsthafte Meldungen auf und irritieren die Leser mit ihren Beiträgen darüber. Der Lkw-Konvoi an der ukrainischen Grenze in der vergangenen Woche wurde auch von der deutschen Satire-Website „Der Postillon“ aufgenommen. „Verzweifelter Autofahrer versucht seit Tagen, Konvoi aus 280 Lkw zu überholen“ lautete der Beitrag. Auf der Facebook-Seite des „Postillon“ kam er mit 26 000 Likes und 500 Kommentaren gut an. Aber auch Reaktionen darauf wie „Die halten ständig stundenlang an, wieso überholt er dann nicht?“ wurden gepostet.

Sollte man diese Spaßmeldungen deshalb speziell kennzeichnen? Facebook findet schon und fordert einen Hinweis auf Ironie vor jedem Spaßbeitrag mit eckigen Klammern: [Satire:]. Viele amerikanische Nutzer wünschten sich, satirische Artikel von anderen Inhalten unterscheiden zu können, begründete das Netzwerk die Überlegung. In einem ersten Test will Facebook darauf hinwirken, dass insbesondere Artikel der US-Satire-Seite „The Onion“ gekennzeichnet werden. Da stellt sich die Frage, ob dies nicht auch für deutsche Satire-Magazine wie „Postillon“, „Titanic“ oder „Kojote“ hilfreich wäre.

Nutzer fühlen sich als dumm verkauft

Die Reaktionen darauf sind eindeutig: „Die, die drauf reinfallen, fallen nur mehr auf“, sagte die Redaktion des „Postillon“ und ergänzt: „Die meisten Leser wissen, dass wir ein Satire-Magazin sind“. Deren Facebook-Fans fragen sich schon: „Wo ist der Satire-Hinweis?“, ein anderer meint „Der Marker fehlt ja. Dann muss das ja stimmen!“. Die Seite literallyunbelievable.org, geht anders an das Thema heran: „Facebook weiß, dass du dumm bist“, heißt es dort. Auf „Literally unbelievable“ werden Facebook-Irrtümer über Artikel von „The Onion“ veröffentlicht.

Bei den Webauftritten von Zeitungen werden Satire-Meldungen zumeist gekennzeichnet. Die Satire-Seiten leben jedoch gerade vom unerkennbaren Spaß und haben den Hinweis bis jetzt nicht eingeführt. Wer dennoch nicht weiß, ob es sich um Satire oder Wahrheit handelt, kann über die Seite realorsatire.com Auskunft erhalten.

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