Medien : Hitlers Ostfeldzug: Historienkulisse

Michael Burucker

Hitlers Krieg im Osten (1). ARD. Eigentlich ist es Guido Knopp zuzurechnen, dass der zweite Weltkrieg zur Historienkulisse geworden ist. NDR und BBC wandeln mit der vierteiligen Reihe unter Beratung des Hitlerbiographen Ian Kershaw auf Knopps Spuren. Wenn von einem im Restaurant geschlossenen Vertrag zwischen Stalin und Hitler die Rede ist, erklingt Geigenmusik, und die Kamera fährt über Tischdecken, Teller und Gabeln.

Bloß was erfahren wir da von der "Ost-Invasion"? Dass Hitlers Ostfeldzug auf einhellige Zustimmung im Wehrmachtskommando stieß, ist so nicht belegt. Es gab durchaus hochrangige Skeptiker in der Wehrmacht, die Hitlers Plan keineswegs guthießen. "Wenn wir gesiegt hätten", sagte ein Veteran der SS-Division "Wiking", dann hätten wir heute recht. Man hat nicht gesiegt, und man muss sich eingestehen, dass man einer falschen Ideologie aufgesessen ist. Ob das in den Köpfen der alten Schlachtrosse, die der Film als wackere Kämpen in schwarz-weißen Agfa-Fotos festhielt, angekommen ist, darüber mag man zweifeln. Den Zwiespalt zwischen Bürger und Totschläger muss wohl eine Reihe untersuchen, die Krieg nicht als Schlachtgemälde zeichnet, sondern ihn als Mittel der Zivilisation von vorneherein ächtet.

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