Medien : Holtzbrinck-Nachfolge: Unter Brüdern

Mitte Mai wird sich Verleger Dieter von Holtzbrinck, 59, seit 1980 Vorsitzender der Geschäftsführung, aus dem operativen Geschäft zurückziehen und den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen. Nachfolger wird sein Bruder Stefan von Holtzbrinck. Der 37-Jährige ist seit 1983 Mitglied des Aufsichtsrates und arbeitete zuletzt in der Geschäftsführung des britischen Tochterverlags Macmillan. Sein Stellvertreter wird der langjährige Zeitungsgeschäftsführer Michael Grabner, 52. Er bleibt weiterhin für die überregionalen Zeitungen zuständig, gibt jedoch das Ressort Wirtschaftspublizistik an Heinz-Werner Nienstedt, 51, ab. Nienstedt bleibt Chef der Verlagsgruppe Handelsblatt und wird zudem Mitglied der Holding-Geschäftsführung.

Damit bleibt die Verlagsgruppe auch in Zukunft in der Hand der Familie Holtzbrinck. Weitere Gesellschafterin neben Dieter und Stefan von Holtzbrinck ist Monika Schoeller-von Holtzbrinck. Zum Portfolio der Verlagsgruppe gehören neben "Wirtschaftswoche", "Zeit", "Handelsblatt" und Tagesspiegel unter anderem die Buchverlage S. Fischer und Rowohlt sowie die Fachverlage Schroedel und Scientific American.

Seitdem Dieter von Holtzbrinck 1980 das Unternehmen von seinem Vater Georg übernommen hat, stieg der Umsatz von 700 Millionen auf 4,6 Milliarden Mark im Jahr 2000. Flache Hierarchien, die dezentrale Eigenständigkeit der Tochtergesellschaften, wirtschaftliche Solidität und soziale Verantwortung sollen auch in Zukunft Grundsätze der Verlagsgruppe bleiben. International setzt Holtzbrinck vor allem auf strategische Allianzen nach dem Vorbild der Partnerschaft mit Dow Jones. Der Auslandsanteil beträgt mittlerweile 43 Prozent.

Alleiniger Geschäftsführer des Tagesspiegel wird Joachim Meinhold. Rolf Aschermann wechselt als persönlicher Referent von Stefan von Holtzbrinck nach Stuttgart. Die langjährigen Prokuristen Rigmor Stüssel und Jens Robotta werden Mitglieder einer erweiterten Geschäftsleitung.

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