„Homeland“-Effekt : Medienförderung zahlt sich aus

Die Medien- und Filmwirtschaft treibt das Wirtschaftswachstum in Berlin/Brandenburg an. Medienboard-Geschäftsführer Elmar Giglinger legt zum letzten Mal Zahlen vor.

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Die fünfte Staffel der US-Serie „Homeland“ wurde in Berlin gedreht.
Die fünfte Staffel der US-Serie „Homeland“ wurde in Berlin gedreht.Screenshot: Promo

Elmar Giglinger setzt auf den „Homeland“-Effekt. Nachdem die fünfte Staffel der US-amerikanischen Fernsehserie in den vergangenen Monaten nahezu komplett in Berlin gedreht worden ist, werden noch mehr internationale Produktionen als bisher in die Hauptstadt kommen, ist sich der Geschäftsführer für Standortmarketing des Medienboards Berlin-Brandenburg sicher. Wie attraktiv die Region bereits jetzt für die Medien- und Filmbranche ist, zeigt auch der Medienindex 2015, den Giglinger am Dienstag vorgestellt hat.

So haben die Berliner und Brandenburger Unternehmen aus den Bereichen Film, Fernsehen, Internet, Mobile und Games 2013 einen Gesamtumsatz von rund sechs Milliarden Euro erzielt, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von neun Prozent entspricht. Die Zahl der Unternehmen aus den genannten Bereichen sei auf 11 000 gewachsen, die Zahl der Beschäftigten auf knapp 65 000, das ist ein Plus von elf Prozent. „Diese Dynamik ist bemerkenswert“, betonte Giglinger. Die Medienwirtschaft bleibe damit ein „wesentlicher Faktor der positiven Entwicklung in der Hauptstadtregion“.

Wachstumtreiber sind dabei insbesondere die Internetunternehmen. Sie erzielten mit 2,6 Milliarden Euro (+14 Prozent) den größten Jahresumsatz im Bereich Medien- und Filmwirtschaft. Auch die Mobile-Branche legte um 14 Prozent zu und erreichte einen Umsatz von 755 Millionen Euro. Die Gamesbranche, die in Berlin beispielsweise mit Unternehmen wie Wooga und King vertreten ist, liegt mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro inzwischen gleich auf mit der Fernsehbranche – und hat damit die Filmwirtschaft überholt (878 Millionen Euro) die mit einem Plus von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben ist.

Doch nicht nur wegen „Homeland“ geht Giglinger auch im Bereich Film und Fernsehen von einer weiterhin positiven Entwicklung aus: „Berlin bietet mit dem größten Filmstudiokomplex Europas in Babelsberg und den weiteren Studios in Adlershof, Tempelhof und an der Mediaspree eine exzellente technische Infrastruktur.“ Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniere, beispielsweise bei der Beantragung für Drehgenehmigungen, gut.

Elmar Giglinger verlässt das Medienboard

Giglinger kann mit dem Medienindex 2015 auch persönlich eine positive Bilanz ziehen. Nach fünf Jahren verlässt er in der kommenden Woche das Medienboard, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Wohin es ihn zieht, ist bisher nicht bekannt. Auch ein Nachfolger für ihn an der Seite von Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung des Medienboard, wird noch gesucht. Sonja Álvarez

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