Medien : „Hommage an die Politik“

Merkel gratuliert Phoenix zum zehnten Geburtstag

Sonja Pohlmann

Zumindest ein Ritual teilt Bundeskanzlerin Merkel trotz ihres stressigen Alltags mit dem Rest der Republik. Bevor sie ins Bett geht, schaut sie manchmal Fernsehen. Besonders gern schaltet sie den Sender Phoenix ein. Hier könne sie sich ausführlich informieren und sehen, was ihre politische Konkurrenz so treibe. „Ich kann mir Phoenix nicht mehr wegdenken aus dem deutschen Fernsehen“, sagte Merkel. Ein schönes Lob für den Sender, der gestern im Haus der Bundespressekonferenz zusammen mit der Kanzlerin sein zehnjähriges Bestehen feierte.

Am 7. April 1997 ging der gemeinsame Spartenkanal von ARD und ZDF zum ersten Mal auf Sendung. Seither hat er sich zu einem der wichtigsten Augenzeugen von Politik und aktuellem Zeitgeschehen entwickelt. Im Programm werden Bundestagsdebatten ebenso live übertragen wie Parteitage, Pressekonferenzen und Ereignisse wie kürzlich der G-8-Gipfel. Hinzu kommen vertiefende Diskussionsrunden, Hintergrundberichte und Dokumentationen. „Phoenix ist meinungsbildend“, sagte Merkel und eine „Hommage an die Politik: Denn wenn wir nicht so viel zu bieten hätten, könnten sie nicht so viel senden.“

Allerdings: Seit 2005 unter ihrer Führung die große Koalition regiert, ist der Zuschaueranteil bei den Parlamentsdebatten von 1,1 Prozent (2003) auf 0,4 Prozent gesunken. Insgesamt steigerte Phoenix seinen Marktanteil 2007 jedoch bereits um 0,2 Prozent auf 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für ZDF-Intendant Markus Schächter ein Beweis dafür, dass Zuschauer nicht nur schnelllebiges Fernsehen wollen. „Wir bieten den Menschen Entschleunigung und Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt“, sagte Schächter. Künftig sollen Themennachmittage sowie Sendungen zu Wissensfragen weiter ausgebaut werden. Den Plänen des Bundestags für einen erweiterten, eigenen Parlamentskanal sieht er gelassen entgegen. „Wir bleiben Platzhirsch für Echtzeit-Fernsehen.“ Wo andere Sender Statements von Politikern auf 1 Minute 30 bringen, könne sich Phoenix Zeit lassen. Das schätzt auch Bundeskanzlerin Merkel. Bei Phoenix sei der Zuschauer immer live dabei. Und auch eitle Politiker würden profitieren: „Wenn sie von ihren Reden nicht genug bekommen, können sie sich die Wiederholung anschauen.“ Sonja Pohlmann

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