Horrorfilm : Viel Watt, viel Grauen

"Gonger - das Böse vergisst nie": Der "Ärzte"-Schlagzeuger Bela B. ist in einem exzellenten Horrorfilm zu erschreckend früher Stunde zu sehen.

Kurt Sagatz
Stankewitz
Ein schreckliches Geheimnis umgibt den jungen Eric (Dario Stankewitz). -Foto: ProSieben

„Untote, die in die Welt der Lebenden zurückkehren, nennt man auf der Insel Sylt Gongers“, heißt es auf der Internetseite Spukorte.de. „Wer unschuldig ermordet wurde, findet keine Ruhe im Grab“, erklärt die Webseite Geister-und- Gespenster.de die norddeutsche Legende, nach der ertrunkene Wiedergänger so lange in der Abenddämmerung oder bei Nacht aus dem Meer zurückkehren, bis die Heimgesuchten an die Gongers glauben. Den Film zum Fluch präsentiert ProSieben an diesem Montag – viel zu früh am Abend für Menschen mit schwachen Nerven.

Der Pro 7-Film „Gonger – das Böse vergisst nie“ unter der Regie von Christian Theede beginnt in einer schlossgleichen Villa auf dem norddeutschen Land, die trotz der Erker, den verspielten Giebeln und dem stolz aufragendem Turm nichts Romantisches an sich hat. Nebel wabert über den Rasen, ein Klavier ertönt, undeutlich ist eine Kinderstimme zu hören, bevor der Junge mit den kurzen Hosen der vierziger Jahre und dem roten Ball vor dem erhängten Körper im großen Saal der Villa steht. Schnitt.

Über 60 Jahre später kehrt Phillip Hansen (Sebastian Ströbel, „Fleisch“) nach Altbrunnstedt zurück. Vor 15 Jahren sind in dem Haus seine Eltern bei einem Unfall gestorben, und nun will er die von seinem Großvater geerbte Villa nur möglichst schnell verkaufen. Sein Wiedersehen mit seinen alten Jugendfreunden, und vor allem mit Helma (Teresa Weißbach), löst jedoch mehr als nur Überraschung aus. Mit seiner Rückkehr hat Phillip einen unaufhaltsamen Albtraum zum Leben erweckt.

Der „Gonger“-Film geht über die Insellegende weit hinaus. Der kleine Junge Eric mit dem stechenden Blick (Dario Stankewitz) war vor vielen Jahren von seinen vermeintlichen Freunden im Watt ausgesetzt worden und ertrank. Nun kommt er als Untoter zurück nach Altbrunnstedt, um sich an den Enkeln der Mörder zu rächen. Nur wenn die Tat aufgedeckt und öffentlich gemacht wird, kann der Fluch gestoppt werden – oder die Enkel ertrinken an Land. Daran kann auch „Ärzte“-Sänger und -Schlagzeuger Bela B. Felsenheimer als Kommissar Petersen nichts ändern, der sich den tödlichen Vorkommnissen kriminalistisch nähert.

Der Film läuft im Fernsehen ohne Altersbeschränkung. Tatsächlich wird kein Blut vergossen, höchstens Salzwasser. Das erste Mystery-TV-Movie von Pro 7 ist dennoch nicht die harmlose TV-Unterhaltung, die man um 20 Uhr 15 erwartet. „Gonger“ ist ein exzellent gemachter Horrorstreifen mit Gruselgarantie, dafür sorgt allein schon die musikalische Kulisse von Komponist Ralf Wengenmayr. Zudem gibt es genügend Schockeffekte, um gerade jüngeren Zuschauern eine unruhige Nacht zu bereiten. Vor allem das Ende hält eine Überraschung bereit. Diese Warnung ist so berechtigt, wie es die Legende um die Gonger wirklich gibt… Kurt Sagatz

„Gonger – das Böse vergisst nie“, Pro 7, 20 Uhr 15

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