Medien : HR: Ein Hesse für Hessen

Joachim Huber

Der Hessische Rundfunk (HR) steht vor einem Intendantenwechsel. Klaus Berg, der heute 63-Jährige, wird im Herbst 2002 nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. CDU-Ministerpräsident Roland Koch hat sich bereits einen Favoriten für die Intendanz in Frankfurt/Main ausgeguckt: Helmut Reitze, stellvertretender Chefredakteur des ZDF. Reitze hat als Leiter der Hauptredaktion Aktuelles den Ruf eines "harten Hundes". Durchsetzungsfreudig, schon mal ruppig, zugleich ein Journalist, der die Informationsleistung des Mainzer Fernsehsenders gerade bei den "heute"-Nachrichten und beim "heute-journal" mit nach vorne gebracht hat. "Zielführend" nennt Intendant Dieter Stolte die Qualitäten von Helmut Reitze. Durch die gelegentliche Moderation des "journals" kennt das Publikum den Mann mit der Fliege.

Helmut Reitze, geboren am 11. Juni 1952 in Gudensberg/Hessen und zu Beginn seiner journalistschen Laufbahn Reporter und Redakteur beim HR, ist seit 1985 beim ZDF. Einstiegsstation war das "heute-journal". Reitze ging anschließend als USA-Korrespondent nach Washington, war von 1990 an zwei Jahre lang Geschäftsführer bei der privaten Fernsehproduktions-Firma AVE, die für Sat 1 unter anderem den "Talk im Turm" herstellte. Nach erneuter ZDF-Korrespondenz, diesmal in Brüssel, wechselte Reitze nach Hamburg, arbeitete von 1993 bis 1995 als zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell. Zurückgekehrt nach Mainz, war Reitze Anfang 2000 für die Chefredaktion ins Gespräch gebracht worden. Allein, die Aufgabe fiel Nikolaus Brender zu. Seine Wahl passte auch in die vorherrschende parteipolitische Farbenlehre, nach der SPD-affine Journalisten hier die besseren Karten haben. Beim Hessischen Rundfunk stimmen jetzt die Vorzeichen. Helmut Reitze steht der Union nahe, in Wiesbaden regiert eine Koalition aus CDU und FDP.

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