"Huffington Post" : Die "Klick-Jäger" entschuldigen sich bei den "Übermedien"

Die Art und Weise, wie die "Huffington Post" Leseanreize bietet, steht häufig in der Kritik. Ein Online-Portal wirft dem Medium nun vor, mit "rassistischen Reflexen" zu spielen.

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uebermedien.de zeigt den ursprünglichen Artikel der "Huffington Post" und kritisiert die Titel-Wahl.
uebermedien.de zeigt den ursprünglichen Artikel der "Huffington Post" und kritisiert die Titel-Wahl.Screenshot

Die Strategie ist klar: Es wird ein Bild gezeigt, auf dem nicht wirklich zu erkennen ist, um was es eigentlich geht. Dazu eine provokante Überschrift, die ebenfalls den konkreten Inhalt verschleiert. Dann noch der Vorspann mit einem Satz wie "... und dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hätte." So versucht die "Huffington Post" Leser-Klicks einzufahren. Ähnlich eines Überraschungseis weiß man vor dem Öffnen nie, was der Inhalt ist. Der eigentliche Artikel behandelt das angekündigte Thema häufig ganz anders als im Titel angekündigt.

Nun musste sich das Medium Vorwürfe gefallen lassen, ihre Überschriftentexte würden mit "rassistischen Reflexen" spielen. Besonders die Teaser der "HuffPost" auf Facebook würden mit "fremdenfeindlichen Assoziationen" arbeiten. Boris Rosenkranz von uebermedien.de listet gleich mehrere Fälle von Facebook-Einträgen auf, in denen dies der Fall sei. Er schreibt, die "Huffington Post" würde ohnehin schon "scham- und rücksichtslos um Klicks betteln" und erkennt den dort tätigen Personen den Journalisten-Status ab.

In einem aktuellen Beispiel zeigt die "Huffington Post" ein Bild von "Einwanderern" mit Handys, die jungen Männer scheinen irgendetwas zu filmen. Der dazugehörige Titel lautete: "1000 Fälle im Jahr: Das machen Einwanderer mit deutschen Kindern". Und als Vorspann: "Die vielen neuen Zuwanderer hinterlassen ihre Spuren." Und als sei dies noch nicht genug, wird der Artikel mit der Facebook-Dachzeile "Die Zusammenhänge sind eindeutig." beworben. Rosenkranz schreibt, diese Artikel-Ankündigung würde suggerieren, die abgebildeten Flüchtlinge würden deutsche Kinder filmen. In dem Artikel geht es aber eigentlich darum, dass mit der zunehmenden Migration nach Deutschland auch die "Namensvielfalt" wachse. In den Geburtsurkunden spiegele sich wider, dass „Zuwanderer das Land Tag für Tag ein Stück vielfältiger“ machen.

Der Journalist Jens Twiehaus konfrontiert Sebastian Matthes, Chefredakteur der "Huffington Post", mit der verwirrenden Titel-Vergabe seines Mediums. "Ekelhafte Klickjagd (es geht übrigens um neue Vornamen). Lieber @, ist das Journalismus oder kann das weg?", schreibt Twiehaus auf Twitter. Und Matthes selbst räumt ein: "Vollkommen richtig. Der Post hätte so nie erscheinen dürfen. Es war ein Fehler. Wir lernen daraus." Und sogleich wurde der kritisierte Facebook-Eintrag umgeschrieben. Der Titel ist nun: "Wegen Einwanderern: Kinder in Deutschland tragen immer mehr neue Namen". Auch der Vorspann wurde geändert: "Mit der Migration nach Deutschland wächst auch die Namensvielfalt." Besser?

In seinem Artikel zeigt Rosenkranz noch mehr Beispiele der selben Taktik der "Huffington Post". Und auch einige Twitter-Nutzer finden Beispiele.

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