Medien : „HuffPost“ will schnell Geld verdienen

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Wenig Redakteure, einige freie Mitarbeiter und viele unbezahlte Blogger – nach diesem Prinzip arbeitet die „Huffington Post“. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) begrüßt das amerikanische Online-Portal via Twitter mit der Meldung: „#Huffington Post kommt nach Deutschland - @freie über Aktionen gegen die Kostenlosmentalität“. Sicher ist: Mit dem Start der deutschen „Huffington Post“ im September beginnt auch für die Zeitungsverlage eine neue Stufe im Wettbewerb der Systeme.

Der Startschuss für die Deutschland-Ausgabe der „HuffPost“ musste mehrfach verschoben werden. Während die von Arianna Huffington 2005 gegründete Internet-Plattformen in Frankreich mit „Le Monde“ oder in Italien mit dem Medienhaus Gruppo Espresso („la Repubblica“) kooperiert, fanden die Amerikaner in Deutschland keinen Zeitungspartner. Nun wird die „Huffington Post“ noch vor der Bundestagswahl zusammen mit der Burda-Tochter Focus Tomorrow starten. Auch Österreich und die Schweiz gehören zum Verbreitungsgebiet der Online-Plattform.

Die als linksliberales Politikblog gestartete „Huffington Post“ war vor zwei Jahren von AOL für 315 Millionen Dollar gekauft worden. In Deutschland werden derzeit 15 Journalisten für das Online-Magazin gesucht. Die Ziele von AOL und Huffington sind so klar wie ehrgeizig: in zwei Jahren soll der deutsche Ableger Geld verdienen, in fünf Jahren soll er in die Top-Fünf der Nachrichtenseiten aufsteigen. Die Seite will zugleich Nachrichtenportal als auch Plattform für Meinungsbeiträge und Blogs sein.

In der Expansionsstrategie von Arianna Huffington ist Deutschland indes nur eine Station von vielen. Im Mai soll die japanische Version starten. Pläne gibt es auch für Indien, Brasilien, Russland, Südkorea oder Australien. sag

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