Medien : „Ich finde moderne US-Serien doof!“

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Herr Alsmann, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien besonders geärgert?

Die Medien und die sie konsumierenden Menschen gehen davon aus, dass jeder wahlberechtigte Bundesbürger ein Fan von „Sex and the City“ ist oder diese Serie zumindest intim kennt. Nie kam ich mir ausgestoßener, mieser und nichtswürdiger vor als in diesen Tagen, da jeder mich nach meiner Meinung zu dieser Serie fragt oder wissen will, wen der Hauptdarstellerinnen ich am erotischsten finde und ob „Sex and the City“ mein Leben verändert hat. Alles herhören: Ich finde moderne amerikanische Fernsehserien doof und habe „Sex and the City“ aus Prinzip nicht angeschaut. Aus Prinzip. Klar? Klinge ich jetzt wie ein miesepetriger Ignorant? Natürlich! Aber jeder is seines Glückes Schmied.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Politiker in meiner Sendung „Zimmer frei!“ sind in der Regel nicht die spritzigsten oder humorbeflissensten Gäste. Als am vergangenen Sonntag Klaus Wowereit bei uns Station machte, war alles ganz anders. Hier machte einer alles mit, generierte via Bildschirm Sympathie und verstand sich darauf, trotzdem nur soviel preiszugeben wie er wollte. Das zeigt: Professionelle Selbstinszenierung kann mit Herzlichkeit und Komik kombiniert werden – sogar von Politikern!

Götz Alsmann, Musiker und Moderator, präsentiert zusammen mit Christine Westermann immer sonntags die WDR-Sendung „Zimmer frei! – Prominente suchen ein

Zuhause“.

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