Medien : „Ich kenne mich seit 25 Jahren aus“

Barbara Groth dreht TV-„Piloten“ und betreut das Medienprojekt „Schau hin!“

Joachim Huber

Der „Pilot“ ist fertig: Barbara Groth hat Dominic Raacke getroffen. Groth ist die ehemalige Fernsehdirektorin des Senders Freies Berlin (SFB), Raacke ist der ehemalige „Tatort“-Kommissar des SFB und der aktuelle ARD-Fahnder des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Anlass des Treffens Raacke – Groth war ein Probelauf für die mögliche Gesprächssendung „Berlin Brandenburg: Privat“ im RBB-Fernsehen. Hersteller des Formats ist die Produktionsgesellschaft TV21 von Sabine Christiansen. Das im Senderjargon scherzhaft „Im Separee“ genannte Projekt ist im RBB von Irrungen und Schwingungen begleitet. Während Unterhaltungschef Ulrich Thiele das Format aktiv betreibt, ist Fernsehdirektor Gabriel Heim über die Kenntnisnahme noch nicht hinaus gekommen.

Barbara Groth zeigte sich auf Anfrage überrascht, immerhin, nach einigem Hin und Her dementierte sie die Aufzeichnung nicht. „Für wen, für welches Programm dieser ,Pilot’ bestimmt ist, dazu werde ich mich nicht äußern.“ Ob sie auf den Bildschirm komme, sei noch gar nicht entschieden. Sie führe zahlreiche Gespräche über mögliche Engagements im Umfeld der Medien, allerdings stehe für die 57-Jährige fest: „Kein täglicher Job mit einem Pensum von zwölf bis 16 Stunden.“ Die Schleswig-Holsteinerin ist die einzige aus der einstigen Direktorenriege des SFB, die sich für den fusionierten Zwei-Länder-Sender aus SFB und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) engagieren will. Ihre früheren Kollegen wie Intendant Horst Schättle oder Hörfunkdirektor Jens Wendland halten sich vom RBB fern.

Vom Glücken dieses Fernsehengagements ist die Journalistin nicht abhängig. Seit dem 1. September betreut sie das Medienprojekt „Schau hin!“ als Sprecherin und Beraterin, nutzt ihre Kontakte für den guten Zweck. Getragen und unterstützt von der Programmzeitschrift „Hörzu“, dem Familienministerium, ARD und ZDF sowie Unternehmen und Persönlichkeiten, will das Projekt Kinder an die Nutzung von Fernsehen, Online-Medien und Computerspielen gezielt heranführen – und zwar gerade mit Hilfe der Erwachsenen, die sich kritisch mit dem Medienkonsum der Drei- bis Elfjährigen auseinander setzen sollen. Groth weiß, wovon sie spricht: „Ich kenne mich seit 25 Jahren mit dieser Thematik aus.“ Joachim Huber

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