Medien : „Ich weiß fast alles auswendig“

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Theo Reitsma sieht ein bisschen aus, wie ein in die Jahre gekommener amerikanischer Serienstar – aus „Dallas“ oder „Denver Clan“. Dabei ist er ein echter Friese aus dem hohen Norden der Niederlande. Schneeweißes Haar, stahlblaue Augen, eine warme Stimme und holländischen Charme. Der Mann ist richtig beim Fernsehen. So richtig, dass er auch sechs Jahre nach seiner offiziellen Pensionierung noch arbeitet. Schon 1974 kommentierte er das Endspiel der Fußball-WM in München für die holländischen Fernsehzuschauer. Ein harter Tag – damals gewann Deutschland gegen die Niederlande mit 2:1. „Seitdem habe ich alle WM-Finales kommentiert – zuletzt 2002 in Japan und Südkorea, als die Oranjes nicht einmal dabei waren.“

Reitsma macht sich keinen Stress während seines WM-Einsatzes – die jahrelange Berufserfahrung zahlt sich jetzt aus. „Ich kann die Namen fast aller Spieler auswendig und habe natürlich meine Hausaufgaben gemacht und Hintergrundinformationen gesammelt,“ sagt er. „Dadurch habe ich jetzt genug Zeit, mir Berlin anzusehen.“ Er weiß viel über das Berlin der Zwanziger- und Dreißigerjahre und erinnert sich an die geteilte Stadt zu DDR-Zeiten. „Es freut mich zu sehen, was sich alles verändert hat.“

Lampenfieber vor einem Fernsehauftritt hat er nicht mehr. Seine Taktik: „Ich rede einfach drauflos und wenn ein Spiel langweilig ist, dann sage ich das.“ Aus Journalistensicht war ihm das holländische Team in letzter Zeit zu mau: „Es ist grauenhaft: Keine Skandale. Alles läuft super,“ sagte er noch vor wenigen Tagen. Jetzt, nach dem aggressiven Achtelfinalspiel gegen Portugal, bei dem die niederländische Elf aus dem Wettbewerb flog, sieht das ganz anders aus.dal

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