Medien : Im Ernstfall reichen wenige Sekunden

Viren und Würmer sind eine ständige Gefahr, andere Bedrohungen spielen eine geringere Rolle

Kurt Sagatz

Die Besorgnis vieler Computernutzer bei neuen Virenwellen oder Hackerattacken ist groß. Doch muss man wirklich befürchten, dass der eigene Rechner infiziert wird, oder handelt es sich eher um Panikmache der Firmen, die sich auf Antiviren-Software oder andere Schutzsysteme spezialisiert haben?

GEFAHR DURCH VIREN UND WÜRMER

„Viren, die tatsächlich Daten zerstören, sind eher selten“, sagt Daniel Laub, Mitarbeiter des Berliner Computerwartungsunternehmens PC Notruf. „Wie gefährdet der eigene Computer tatsächlich ist, hängt stark vom Nutzungsverhalten des Anwenders ab. Wer nur ab und zu ins Internet geht, ist verständlicherweise weniger gefährdet als ein Nutzer mit einer DSL-Flatrate“, so der Sicherheitsexperte. Dennoch warnt Laub davor, den PC komplett ungeschützt zu lassen: „Als das Virus Blaster unterwegs war, reichten nur einige Sekunden im Internet aus, um sich zu infizieren.“ Sein Rat: „Zum Schutz gegen Viren und Würmer ist eine Antiviren-Software unverzichtbar, das gleiche gilt für die Windows-Updates“. Ob man allerdings eine zusätzliche Firewall benötigt, bezweifelt er. „Die in das Service Pack 2 zu Windows XP eingebaut Firewall reicht für Privatnutzer aus – wenn sie denn aktiviert ist.“ Für das Bedrohungspotenzial durch Viren gilt: sehr hoch, Schutzsoftware immer nötig.

SPIONAGEPROGRAMME

Spionageprogramme – auch Spyware genannt – gelangen auf unterschiedlichste Weise in den Computer, zumeist jedoch durch aktive Mithilfe des Benutzers. Der Trick der Spyware-Programme besteht in ihrer Tarnung: Der Nutzer lädt aus einer unsicheren Quelle im Internet ein durchaus sinnvolles Programm, beispielsweise zur Windows-Verschönerung, die Spyware ist darin versteckt, warnt die „PC Professionell“. Ein weiterer Trick: Internet-Portale wie Accoona, die vermeintlich sinnvolle Werkzeuge anbieten, installieren zum eigentlichen Programm auch noch eine so genannte Explorer-Toolbar für das Internet-Programm. Dieses Hintergrundprogramm blendet dann wahlweise Werbung ein oder analysiert das Surfverhalten des Nutzers, um diese Daten dann an den Betreiber zu senden, warnt die Zeitschrift. Daniel Laub empfiehlt: Entweder das Anti-Spyware-Programm von Microsoft zusammen mit den monatlichen Updates laden und ausführen oder aber Programme wie Spybot oder Adaware einmal im Monat nutzen. Gefahrenpotenzial bei Spyware: Bei unsicheren Quellen hoch.

TEURE EINWAHLPROGRAMME

Genau wie bei Spyware gilt: die teuren Einwahlprogramme – auch Dialer genannt – gelangen nicht ohne Zutun des Nutzers auf den PC. In der Praxis ist die Gefahr der klassischen Dialer inzwischen zurückgegangen, weil immer mehr Nutzer sich nicht mehr über die Telefonleitung einwählen, sondern DSL nutzen und zudem der rechtliche Schutz gegen Dialer-Anbieter verbessert wurde. Sascha Borowski von www.dialerschutz.de warnt jedoch davor, dass die Anbieter inzwischen neue Wege gefunden haben, an das Geld unbedarfter Computernutzer zu kommen: „Handypayment ist das Nachfolgemodell der berüchtigten Dialer“, sagt Borowski und warnt vor dubiosen Seiten mit angeblichen Hausaufgabenhilfen, Horoskopen und Intelligenztests. Bedrohungspotenzial: mittel.

ANGRIFFE VON HACKERN

Hackerangriffe sorgen zuverlässig für Schlagzeilen, die Gefahr für private Computernutzer ist jedoch nach der Erfahrung von Sicherheitsmann Laub „verschwindend gering“. Große Unternehmen sind vor allem deshalb ein beliebtes Ziel für Hacker, weil sie immer mit der gleichen Adresse im Internet sind. Privatnutzer, die über Provider wie AOL oder T-Online ins Internet gehen, erhalten dynamische Adressen. Gezielte Angriffe sind so kaum möglich. Zusätzlichen Schutz gegen Angriffe dieser Art bietet auch hier die im Service Pack 2 enthaltene Windows-Firewall. Bedrohungspotenzial: niedrig.

Kostenlose Schutzprogramme:

www.bsi-fuer-buerger.de

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