Im RADIO : Alpträume und Abenteuer

Zunge ins Maul: Was Sie diese Woche im Hörfunk nicht verpassen sollten.

Tom Peuckert

Zu seiner Zeit war Klaus Kinski der Archetyp des innerlich zerrissenen Mannes. Alle Rollen und alle öffentlichen Auftritte zeigten einen sensiblen Poltergeist, der vom Zustand des inneren Friedens meilenweit entfernt gewesen sein dürfte. Auch in Wolfgang Graetz’ Hörspiel „Die Nacht allein“ spielte Kinski einen Mann von explosiver innerer Unruhe. Einen Kunsthändler in den mittleren Jahren auf Geschäftsreise, der eine Hotelnacht lang nicht zum Schlafen kommt. Er jagt an der Bar amourösen Abenteuern nach und versucht zugleich, seine Exfrau ins Hotel zu locken (Deutschlandradio Kultur, 1. August, 21 Uhr 33, UKW 89,6 MHz).

Immer am dritten Dienstag im Oktober gibt es in Kalifornien eine große Katastrophenübung. Das Volk soll sich wappnen gegen Erdbeben, Tsunamis, atomare Unfälle. Man lebt neben dem unruhigen San-Andreas-Graben, mit gewaltigen Beben muss jederzeit gerechnet werden. Rainer Schildbergers Feature „Das Katastrophen-Spiel“ beobachtet die Übungen. Zweifel, ob all das im Unglücksfall tatsächlich ausreichen wird, sind nicht von der Hand zu weisen (Deutschlandfunk, 3. August, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

Literaturkritiker sind hierzulande oft illustre Figuren. Populäre Medienmenschen, gewiefte Entertainer, fast schon Stars. Helmut Böttigers Feature „Verrissen und verkauft“ erzählt aus der Geschichte der jüngeren deutschen Literaturkritik. Von Angstlust und machtvollem ökonomischen Kalkül ist die Rede (Deutschlandradio Kultur, 5. August, 0 Uhr 05).

Der Alptraum ist eine Kunstform, die jeder Mensch meisterhaft beherrscht. Unendlich ist die Fülle an grausamen Bildern und schockierenden Plots, die unser Hirn in den Nächten hervorbringt. Matthias Käthers und Teresa Schomburgs Feature „Der Alp steckt seine Zunge den Leuten ins Maul“ versucht, der Wahrheit hinter unseren Alpträumen auf den Grund zu kommen (Deutschlandfunk, 5. August, 20 Uhr 05).

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