Im RADIO : Das Weinen der Liberalen

Groß und Klein: Was Sie diese Woche im Hörfunk nicht verpassen sollten.

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Um Glanz und Elend der Ideologien geht es in einer kleinen Feature-Reihe beim Deutschlandradio. Konservativ, liberal, sozialistisch – so heißen die Stichworte. Walter van Rossums Feature „Was heißt heute liberal?“ erzählt von Geschichte und Gegenwart des politischen Liberalismus. Wenn alle Welt liberal sein möchte, braucht es dann noch eine liberale Ideologie? Nächste Woche steht die sozialistische Ideologie auf dem Prüfstand (Deutschlandradio Kultur, 18. Januar, 19 Uhr 30; Fortsetzung am 25. Januar, 19 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

Als die kommunistische Ideologie noch Menschenopfer forderte, lebten Wolfgang Leonhard und seine Mutter Susanne als Exilanten in der Sowjetunion. Während der Sohn auf einer Kaderschule zum Revolutionär geschmiedet wurde, war die Mutter in den Gulag verschickt. Nach Jahrzehnten der Trennung traf man sich in Ostberlin wieder, später flüchteten beide in den Westen, was nur für den Sohn eine Wende zum Besseren bedeutete. Meinhard Starks Feature „Geweint hat sie nie“ erzählt eine dramatische Mutter-Sohn-Geschichte (Deutschlandfunk, 20. Januar, 19 Uhr 15, UKW 97,7 MHz).

Seit fünfzig Jahren ist der Deutschlandfunk auf Sendung, zum Jubiläum werden Kostbarkeiten aus den Archiven geholt. Dazu gehört eine Hörspielfassung des Dramas „Groß und Klein“ von Botho Strauß, das Ende der siebziger Jahre Theatergeschichte schrieb. Die Erneuerung des bürgerlichen Theaters aus dem Geist einer gedankenscharfen Innerlichkeit. Nach der Uraufführung des Dramas an der Schaubühne gingen alle Darsteller ins Hörspielstudio, um ihr Werk für die Nachwelt aufzuzeichnen (Deutschlandfunk, 21. Januar, 20 Uhr 05).

Lobredner des Preußenkönigs Friedrich II. verweisen gern auf die seltene Verbindung von politischem Talent und musischer Neigung. Der Mann habe nicht nur pausenlos Schlachten gewonnen, sondern auch die schönen Künste nach Leibeskräften gefördert. Georg Becks Musik-Feature „Der Geschmack bin ich!“ sieht letztere Behauptung etwas nuancierter. Wenn am Potsdamer Hof Musik getrieben wurde, war des Königs Geschmack oberstes Gesetz. (Deutschlandradio Kultur, 24. Januar, 22 Uhr 00).

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