Im Radio : Die Hörfunk-Tipps der Woche: Liebe und Schnee

Deutschlandradio Kultur mit einem Hörspiel über Liebe zu Insekten, der Deutschlandfunk mit einer Hörspieladaption, für die das siebte Kapitel von Manns "Zauberberg" als Vorlage diente.

Tom Peuckert

Der Dorfschullehrer Jean-Henri Fabre wurde in Frankreich durch seine „Souvenirs Entomologiques“ berühmt. Noch heute gilt das vor gut einem Jahrhundert erschienene Buch als Maßstab für geschliffene und trotzdem populäre Wissenschaftsprosa. Hörspielautor Peter Steinbach hat „Die wunderbare Welt des Jean-Henri Fabre“ nachempfunden. Es geht um die Liebe zu den Insekten und um eine Wissenschaft, die allein aus sinnlicher Beobachtung entsteht (Deutschlandradio Kultur, 3. Juli, 21 Uhr 33; Fortsetzung am 10. Juli; UKW 89,6 MHz).

Während der heißen Tage des arabischen Frühlings sitzt der deutsche Netzaktivist Stephan Urbach fast pausenlos vorm Computer. Gemeinsam mit anderen schafft er eine digitale Öffentlichkeit für die Protestbewegung. Johannes Nichelmanns Feature „Das Hacker-Syndrom“ porträtiert Urbach und seinen Kampf für Informationsfreiheit (Kulturradio vom RBB, 3. Juli, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Vor einigen Jahrzehnten sind sie Stars gewesen. Nadja Tiller war eine Ikone des frühen bundesdeutschen Kinos, Fritz Lichtenhahn hat auf großen Theaterbühnen die Hauptrollen gespielt. Nun leben die beiden hochbetagt in einem Hamburger Seniorenheim, ihre Lebenspartner sind bereits gestorben. Für sein preisgekröntes Hörspiel „Traumrollen“ hat Autor Jean Claude Kuner den greisen Künstlern noch einmal selbige auf den Leib geschrieben (Deutschlandfunk, 6. Juli, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Leben heißt sich schmutzig machen, das wissen Eltern kleiner Kinder am besten. Uta Rüenauvers Radioessay „Schmutz“ erzählt von unseren unendlichen Anstrengungen, den Schmutz in Schach zu halten. Zahlreich sind hier die Irrwege. Wer Schmutz allzu direkt mit Krankheit und Chaos gleichsetzt, ist vielleicht selber schon krank. Bei Rüenauver kommen folglich auch Liebhaber des Schmutzes zu Wort (SWR 2, 8. Juli, 22 Uhr 03, Kabel UKW 107,85 MHz).

Im Jahr 1912 diagnostizieren die Ärzte bei Katia Mann eine Tuberkulose und empfehlen das Hochgebirge. Die Frau des Schriftstellers reist nach Davos, dort besucht sie ihr Gatte. Was daraus entstand, wissen Millionen begeisterter Leser. Allein das siebte Kapitel des „Zauberberg“ ist Grundlage für die schöne Hörspieladaption „Hans Castorps Schneetraum“ (Deutschlandfunk, 9. Juli, 20 Uhr 10). Tom Peuckert

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