Im RADIO : Fortpflanzung? Ich bin dabei

Tom Peuckert verrät, was Sie nicht verpassen sollten.

Tom Peuckert

Holger Böhmes Krimigroteske „Spritztour mit Leichenwagen“ beginnt im Irrenhaus. Lehrer Jungnickel wird eingeliefert, weil er hartnäckig behauptet, ein Mörder zu sein, aber keine Beweise vorlegen kann. In der Anstalt trifft Jungnickel auf depressive Polizisten, manische Fernsehkonsumenten, weltfremde Berufssoldaten. Weil Wahnsinn und Gerechtigkeitsgefühl einander nicht ausschließen, bringen Jungnickels Leidensgenossen nun Licht in das Dunkel eines verworrenen Kriminalfalls. Ganz nebenbei deutet sich die zarte Behauptung an, dass Verrückte eigentlich die besseren Menschen sind (Deutschlandfunk, 11. Juli, 0 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Wer heute in Deutschland über die Dörfer fährt, wird unweigerlich auch an einem sogenannten Hofladen vorüberkommen. Ein kleines Familienunternehmen, das verschiedene Bioprodukte aus eigener Ernte anbietet. Wie es hinter den Kulissen zugeht, erzählt Natalie Kreisz'' Feature „Sollte man Dromedare züchten?“. Eine Familie von Biobauern in Brandenburg hat die Autorin auf den Hof gelassen und gibt Auskunft über ihre Existenz. Über einen Berufsalltag, in dem viel vom Improvisieren und Sichdurchwursteln abhängt, der aber auch beträchtliche Freiheitsgrade ermöglicht (Kulturradio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg BB, 11. Juli, 9 Uhr 05, UKW 92,4 MHz).

Mehr als 60 Jahre lang hat die Polina im Kreml sauber gemacht. Sie hat alle roten Zaren aus der Nähe gekannt. Stalin war ihr der Liebste, weil er höflich grüßte. Chruschtschow ließ sich seine Schuhe immer von Polinas Bohnerwachslappen blank reiben, höchstwahrscheinlich auch jenes Exemplar, mit dem er in New York das Uno-Rednerpult malträtierte. Eine Burleske mit Gesang nennt nun der Autor Stefan Amzoll sein Hörspiel „Putze Polina“, das die Welt der Diktatur mit den Augen einer Putzfrau betrachtet (Deutschlandradio Kultur, 12. Juli, 18 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

In dem Schweizer Magazin „Weltwoche“ erscheint regelmäßig eine legendäre Kolumne. Autor Martin Suter schreibt über die Welt des Managements. Über das glatte Parkett in der Chefetage, die bissige Konkurrenz auf den mittleren Rängen, das schwere Los derer, die schon einmal Chefs gewesen sind. Martin Suter, der sich bestens auskennt, erzählt von Ritualen und Intrigen, Ängsten und Eitelkeit, kurz dauernden Bündnissen und lang anhaltenden Feindschaften. Aus zwölf dieser amüsanten und aufschlussreichen Geschichten ist das Hörspiel „Business Class“ entstanden. Ein tiefer Blick in einen Kosmos, der ganz nach eigenen Spielregeln funktioniert (Deutschlandfunk, 14. Juli, 20 Uhr 10).

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