Im RADIO : Genie und Gesinnung

Hunde als Futter, der 70. Geburtstag von Anselm Kiefer, das Hörspiel "Der Amokläufer": Was man im Radio nicht verpassen sollte.

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Es gibt Gegenden in dieser Welt, da gelten Hunde durchaus als essbar. Am Spieß frittierte Skorpione werden als Leckerbissen betrachtet. Man isst Maden, würde aber niemals das kleinste Stück Schweinefleisch verzehren. Die Radionacht „Schmecken darf alles, aber nicht jedem“ von Kai Lückemeier und Jan Tengeler wagt sich auf das weite Feld kultureller Nahrungstabus. Die Frage, warum in allen Kulturen bestimmte Speisen als verboten gelten, beschäftigt Gelehrte vieler Disziplinen. Geht es um Symbole zur Stärkung der kollektiven Identität oder doch um handfeste Überlebensvorteile? (Deutschlandradio Kultur, 7. März, ab 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz)

Im Werk des jungen Anselm Kiefer gab es viele Nazisymbole. Die Kritiker waren unsicher, ob dahinter eine aufrechte oder eine rechte Gesinnung stand. Nur Joseph Beuys hatte keine Zweifel und nahm den jungen Mann in die Lehre. Damit begann eine der spektakulärsten deutschen Malerkarrieren. Nun wird Anselm Kiefer 70 und Autor Klaus Dermutz wagt einen neuen Versuch, das schwierige Genie zu erklären. Sein Feature „Anselm Kiefer: Die Schöpfung“ ist eine Collage mit Texten und Selbstreflexionen des Künstlers und den Stimmen vieler Wegbegleiter (Deutschlandradio Kultur, 8. März, 18 Uhr 30).

Warum sind klassische Jeans eigentlich blau? Natürlich, weil Blau unsere Gefühle am stärksten erreicht. Burkhard Reinartz’ Feature „Feeling Blue“ ist eine Meditation über Macht und Magie dieser besonderen Farbe. Keine andere wird so oft metaphorisch verwendet: Wer am blauen Montag blau macht, ist vielleicht am Sonntag blau gewesen. Er hat den Blues oder braucht einfach Zeit, um gute Bluesmusik zu hören. Blau ist schön und erschreckend zugleich, das wusste nicht nur Picasso, als er seine blaue Periode durchlebte (Deutschlandfunk, 8. März, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Auf einem Hochseedampfer reist anno 1912 der Sarg einer britischen Lady von der Kolonialresidenz Batavia im heutigen Indonesien ins Mutterland. Die junge Schöne starb überraschend und nahm ihr düsteres Geheimnis mit ins Grab. Privatdetektiv Livingston glaubt, an Bord des Dampfers ein Verbrechen aufklären zu können. Unter den Reisenden ist ein zwielichtiger Arzt aus Deutschland, der nachts am Sarg Totenwache hält. Für sein Hörspiel „Der Amokläufer“ hat Autor Christoph Prochnow eine Novelle Stefan Zweigs bearbeitet, die in Exzess und Verbrechen tiefste seelische Wahrheit ergründet (Deutschlandradio Kultur, 9. März, 21 Uhr 30).

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