Im RADIO : Gezuckerte Kriege

Doppelmoral im Kalten Krieg, Deutsche im Kriegseinsatz, der Heißhunger auf Süßes: Was man im Radio nicht verpassen sollte.

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Im Kalten Krieg wurde auf beiden Seiten viel von Moral geredet. Aber zwischen den Gegnern gab es auch wirtschaftliche Beziehungen, die davon nicht beeinträchtigt wurden. Gabriele Knetschs Feature „Handelseinig“ erzählt von Zwangsarbeit in DDR-Gefängnissen und Nutznießern im Westen. Firmen wie Aldi und Quelle ließen im ostdeutschen Knast Textilprodukte herstellen. Den Gewinn teilten sich SED-Staat und Unternehmen. Das Feature sucht Spuren der Geschäfte und fragt nach Schuldgefühlen bei damals Beteiligten (Deutschlandradio Kultur, 29. November, 18 Uhr 05, UKW 89,6 Mhz).

Seit eineinhalb Jahrzehnten ist Deutschland an Militäraktionen im Ausland beteiligt. Unter uns gibt es deshalb immer mehr Menschen, die Krieg erlebt haben. In Lukas Matthaeis, Milena Kipfmüllers und Klaus Janeks Feature „Kriegsalbum“ berichten Heimkehrer von ihren Erfahrungen. Wie sich Krieg aus nächster Nähe anfühlt und wie man damit im Frieden weiterlebt. Einblicke in eine Realität, die noch brutaler ist, als uns Nachrichten glauben machen (Kulturradio vom RBB, 30. November, 14 Uhr 04, UKW 92,4 Mhz)

Für Kinder schmeckt Zucker nach Glück. Auch Erwachsene kennen den Hunger auf Süßes. Kein Wunder, dass die Lebensmittelindustrie dazu neigt, ihren Produkten Zucker beizumischen, selbst wenn sie salzig schmecken sollen. Ulrike Klausmanns Feature „Die Achse des Süßen!“ taucht ein in die Dialektik einer Volksdroge. Um Zucker wurden schon Kriege geführt, Zucker ist Feindbild und bester Freund zugleich (Deutschlandfunk, 30. November, 20 Uhr 05, UKW 97,7 Mhz).

Vier weibliche Teenager sind die Hauptfiguren im Dokumentarhörspiel „Kids – Mädchen in Kreuzberg“. Einen Tag lang hat Autorin Katrin Moll die O-Töne ihres Lebens eingefangen. Wie sie mit den Eltern reden, mit Lehrern diskutieren, mit Freundinnen labern. Ihre Familien kamen aus dem Orient, sie sind in Deutschland geboren oder eine gefühlte Ewigkeit hier. Trotzdem ist Heimat eine schwierige Sache: zwischen deutschem Alltag und familiären Traditionen (Deutschlandradio Kultur, 1. Dezember, 0 Uhr 05).

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