Im RADIO : Jim Morrison und die dicken Kinder

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Bei seinen ersten Auftritten als Rockmusiker soll Jim Morrison so schüchtern gewesen sein, dass er nur mit dem Rücken zum Publikum sang. Das war 1965, irgendwo in Kalifornien. Später wurde der Mann lockerer, seine Bühnenshows waren legendär. Sechs Jahre spielte Morrison mit den „Doors“, das genügte, um für immer in die Musikgeschichte einzugehen. Die Lange Radionacht „Ich kann alles – ich bin der Eidechsenmann“ von Tom Nogas erzählt über Leben und Sterben eines genialen Dichters, Sängers, Performers (Deutschlandradio Kultur, 11. Mai, ab 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Ein lesbisches Paar wünscht sich Kinder, ein schwules Paar ebenfalls. Die Natur erlaubt keine einfachen Lösungen, aber man kann unkonventionelle Wege gehen. Das Feature „Elternquartett“ von Wibke Starck dokumentiert eine Lebensallianz der besonderen Art. Das schwule und das lesbische Paar haben zusammen einen Haushalt gegründet und ziehen ein gemeinsames Kind groß. Vor zehn Jahren hat die Autorin die Anfänge beobachtet, nun ist sie erneut bei der Regenbogenfamilie zu Gast. (Deutschlandradio Kultur, 11. Mai, 18 Uhr 05)

Noch einmal die Geschichte des Judenmords in Deutschland. Noch detaillierter, noch näher am Geist der braunen Jahre. „Die Quellen sprechen“ heißt ein Wissenschaftsprojekt, das nun auch im Radio präsentiert wird. Schauspieler und Zeitzeugen lesen Hunderte von ausgewählten Dokumenten zum Holocaust. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen und Befehle, Briefe und Tagebücher. Die Stimmen der Opfer, der Täter und der Beobachter. Von den Anfängen bis zum Ende. Der erste Teil des Hörspieldokuments umfasst die Jahre 1933 bis 1937 (Deutschlandfunk, 11. Mai, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Ein Mädchen geht nicht mehr zum Reiten, weil sie schwerer ist als ihr Pferd. Ein Junge findet keine Freunde, da er sich wegen seiner Körpermasse nicht aus dem Haus bewegen kann. Patientenschicksale einer bayerischen Adipositas-Klinik. Rund zwei Millionen Kinder gelten in Deutschland als zu dick. Für ihr Feature „Die dicken Kinder“ hat Anja Kempe die Mühen einer Langzeittherapie beobachtet (SWR 2, 12. Mai, 14 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

Kriminalrat Kreuzeder ist Chef des Passauer Morddezernats. Früher war er mal ein begabter Polizist, heute trinkt er zuviel. Im Wald nahe der Grenze zu Tschechien findet er eine Leiche. Weil er keinen Ärger will, schleppt er den Toten in den Kompetenzbereich der tschechischen Polizei. Was dann zu einem Amtshilfeersuchen führt und zu alkoholschwerer Ermittlungsarbeit. Das Hörspiel „Kreuzeder und der Tote im Wald“ von Jörg Graser ist eine schrille Revue bayerischer Typen und ein spannender Kriminalfall (Deutschlandradio Kultur, 13. Mai, 21 Uhr 33).

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