Medien : Im Radio kommt jetzt „D-Kultur“

Joachim Huber

Der Starttermin wackelt noch, entweder am 1. oder am 7. März, der Start selbst wackelt nicht. Aus Deutschlandradio Berlin wird Deutschlandradio Kultur, kurz „D-Kultur“. Für Intendant Ernst Elitz und Programmdirektor Günter Müchler liegt es auf der Hand, dass das zweite Angebot des Senders neben dem messerscharf positionierten Informationsprogramm Deutschlandfunk aus Köln ein ebenso pointiertes Profil braucht. „Deutschlandradio Berlin“, sagte Müchler, „wurde bei vielen Zuhörern nicht als nationales, sondern oft als regionales Programm verstanden.“ Jetzt müsse eine „Marke“ her, die Prägung heißt nationales Kulturprogramm. Der ewige Konkurrent, die Hörfunkprogramme der ARD, besäßen dieses Profil nicht, sagt Müchler. Die Einschaltquoten von Deutschlandradio Berlin sind ausbaufähig. Im Schnitt interessieren sich pro Tag rund 250 000 Hörer, eine bescheidene Zahl, für die Welle.

Jetzt, von März an, das Deutschlandradio Kultur. Es soll, verkündet Müchler, „ein modernes Radiofeuilleton aus Wort und Musik entstehen“, mit Alleinstellung im deutschen Hörfunkmarkt. Nun wird nicht samt und sonders reformiert, zunächst sind die Programmstrecken von neun bis zwölf und von 14 bis 17 Uhr dran. Die Architektur einer jeden Stunde geht so: Nach den Nachrichten prägen „Aktualität und Relevanz die Themenauswahl“, die zweite Hälfte nach den Kulturnachrichten zur halben Stunde setzt auf Semi-Akualität und radiophone Beiträge. „So ergibt sich“, heißt es in der Gebrauchsanweisung, „über die Stunde ein Spannungsbogen vom Nützlichen zum Ergötzlichen“. Genauer war das beim Gespräch in Berlin nicht zu haben. Elitz und Müchler unterstrichen, dass der „Einschaltimpuls das Wort ist“. Das ist respektabel und teurer als das bisherige Sortiment.

Was das Deutschlandradio, auch vor dem Hintergrund einer ausbleibenden Gebührenerhöhung, zu Umschichtungen und Einsparungen zwingt. Zwei Streichposten: Schließung des Studios Bonn, Ende der Förderung für das Rias-Jugendorchester.

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