Im RADIO : Leni trifft Marlene, Jackie kämpft

Tom Peuckert verrät, was Sie nicht verpassen sollten

Tom Peuckert
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Integration und Migration sind Wörter, die in keiner gesellschaftspolitischen Debatte fehlen dürfen. Vielleicht sind sie sogar Schlüsselwörter für eine gedeihliche Zukunft in diesem Land. Klaus Bade, einer der bekanntesten Migrationsforscher in Deutschland, wird künftig einmal im Monat im Internet-Radio multicult2.0 einschlägige Themen diskutieren: „Willkommen in Deutschland. Migration & Integration – aktuell. Klaus Bade im Gespräch mit Brigitta Gabrin“ heißt das Format. Um „Migration und Integration im Zeichen der Wirtschaftskrise“ geht es zum Auftakt. (radio multicult2.0, 27. Mai, 13 Uhr, www.multicult20.de).

Wer eine Reise tut, hat bekanntlich etwas zu erzählen. Besonders, wenn die Reise an einen sagenumwobenen Ort und in ein ganz neues Leben führt. Michael Schultes Feature „Egal, was passiert, hier ist schon alles passiert“ erzählt von Deutschen, die nach New York übergesiedelt sind. In den großen „melting pot“, der die Welt fasziniert, aber auch als hartes, unbarmherziges Pflaster gilt. Wie kommt man dort an, was braucht es, um hier zu überleben? Was steckt hinter all den bunten Hochglanzbildern vom urbanen Leben in New York City? (Kulturradio vom RBB, 27. Mai, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Eine radikale Ehefrau ist die Hauptfigur in Claudia Pineiros amüsantem Krimi „Ganz die Deine“. Jedes Beziehungsproblem weckt die Löwin in ihr, jede Niederlage macht sie nur noch stärker. Zuerst war da ein Zettel mit einer Liebeserklärung, den Ines aus der Aktentasche ihres Mannes fischt. Später ein heimlich beobachteter Streit, den der Gatte mit einer fremden Frau hat. Die Frau überlebt den Streit nicht, Ines hilft, ihre Leiche zu verstecken. Nun erst recht soll das Familienleben vorm Zerbrechen bewahrt werden. Die Frau taumelt von einer Katastrophe in die nächste, aber nichts kann ihren eisernen Überlebenswillen außer Gefecht setzen (Deutschlandfunk, 30. Mai, 0 Uhr 05, UkW 97,7 MHz).

Im wirklichen Leben sind sich Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl wohl nie begegnet. Aber nun hetzt Autorin Thea Dorn in ihrem Hörspiel „Marleni“ die beiden so konträren deutschen Großkünstlerinnen aufeinander. In Dorns turbulenter Fiktion erstürmt Leni Riefenstahl via Balkon die Pariser Matratzengruft der Dietrich. Die einstige Parteitagsfilmerin will das Leben der Amazonenkönigin Penthesilea auf die Leinwand bringen, und Marlene soll ihre Hauptdarstellerin sein. Doch die ist nur noch ein Wrack, eines mit spitzer Zunge allerdings. Auch Leni läuft im Interesse der eigenen Filmkunst zu rhetorischer Höchstform auf. Zwei preußische Diven liefern sich kruppstählerne Wortgefechte (Kulturradio RBB, 1. Juni, 14 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Wie klingt es, wenn ein Mitarbeiter eines indischen Call-Centers die Literatur der deutschen Romantiker liest? Was geschieht, wenn diese Lesung über das digitale Kommunikationsnetz Skype nach Deutschland übertragen wird? Die Künstlergruppe Rimini Protokoll macht die Probe aufs Exempel. Protagonist ihres Hörspiels „Waldeinsamskype“ ist ein junger Mann in Kalkutta, der die deutsche Romantik nicht nur kennt, sondern liebt. Eine Novelle von Tieck hat er sich als Lektüre ausgesucht. Im digitalen Universum stürzen Raum und Zeit ineinander. Die romantische Mythologie der Deutschen erlebt eine überraschende Wiedergeburt (Deutschlandfunk, 2. Juni, 20 Uhr 10).

Wenn es beim Kämpfen nicht nur ums Siegen geht, sondern auch um die ästhetische Qualität, mit der ein Gegner bezwungen wird, dann reden wir von Kampfkunst. In Asien gehört sie zu den Schönen Künsten. Hollywood hat die Kampfkunst als eine Art cineastisches Gewaltballett mit Jackie Chan und anderen Radikalakrobaten in die Welt exportiert. Auch in Deutschland gibt es heute Karate- und Kung-Fu-Meister, die schwarze Gürtel und ähnliche furchteinflößende Accessoires tragen. In ihrem Feature „Kampfeslust“ hat Nathalie Kreisz die Welt dieser ästhetisch inspirierten Kämpfer erkundet. Vorm Mikrofon erzählen Experten, wie sich der schöne Kampf von innen anfühlt (Deutschlandradio Kultur, 3. Juni, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

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