Im RADIO : Linkshänder, Hassmaschine

Thomas Peuckert erklärt, was Sie im Hörfunk nicht verpassen dürfen - beispielsweise ein Feature über Orson Welles, Regisseur des Hörspiels "Krieg der Welten"

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Orson Welles, Regisseur des berühmten Hörspiels "Krieg der Welten"
Orson Welles, Regisseur des berühmten Hörspiels "Krieg der Welten"Foto: AFP

Vor 100 Jahren kam Orson Welles im US-Bundestaat Wisconsin zur Welt. Der Regisseur hat die Filmgeschichte um ein paar Kostbarkeiten bereichert. Auch das Radio verdankt ihm Sternstunden, etwa die amerikanische Uraufführung des Hörspiels „Krieg der Welten“. Vieles an Leben und Werk des Künstlers ist bis heute rätselhaft geblieben. Thomas von Steinaeckers Feature „Orson Welles. Ein Puzzle“ begibt sich auf die Spur eines großen Unbekannten. Welles’ Existenz wird von einem geheimnisvollen Raunen umweht. Was steckt dahinter? (Deutschlandfunk, 1. Mai, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz)

Es gab Zeiten, da war Linkshändigkeit ein Tabu. Wenn Kinder mit der „bösen Hand“ schrieben, wurden sie bestraft. Heute neigen wir eher zur mythischen Aufwertung des Phänomens. Jeder Prominente, der seine Autogrammkarte mit links signiert, steht unter Genieverdacht. Die Liste berühmter Linkshänder ist lang: Leonardo, Beethoven, Chaplin, Barack Obama. Jan Deckers Feature „Linkshänder sein“ bietet eine kleine Kulturgeschichte des rechten und unrechten Gebrauchs unserer Handwerkzeuge (Deutschlandfunk, 3. Mai, 20 Uhr 05).

Das moderne Unterhaltungsradio ist ein Begleitmedium bei allen Geschäften des Tages. Es spielt zur Hausarbeit, beim Shoppen, während eines Rendezvous. Es spielt auch zum Völkermord, wie Milo Raus Hörspiel „Hate Radio“ erzählt. Eine wahre Geschichte aus dem Ruanda des Jahres 1994. Zwischen smarten Songs bliesen die smarten Moderatoren des populären Senders rtlm zur Jagd auf eine feindliche Volksgruppe. Anrufer denunzierten Nachbarn, Verstecke wurden preisgegeben, Gräuelgeschichten verbreitet. Raus Hörspiel macht aus den tatsächlichen Ereignissen eine modellhafte Geschichte um ein modernes Massenmedium als Hassmaschine von nebenan (Deutschlandfunk, 5. Mai, 20 Uhr 10).

Im Mai 1940 stand der britische Premier Winston Churchill vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens. Soll man dem deutschen Aggressor noch einmal nachgeben, auch wenn der mittlerweile halb Europa angezündet hat? Hitler mochte die Briten, war das nicht eine Chance, sich aus den schrecklichen Ereignissen herauszuhalten? Churchill hielt es für falsch, und er setzte sich durch gegen die halbe Nation. Christian Buckards Feature „Winston Churchill“ hat die Ereignisse vor 75 Jahren mit den Stimmen vieler Historiker und letzter Zeitzeugen recherchiert (Kulturradio vom RBB, 6. Mai, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

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