Im RADIO : Menopause, Lebensallianz

Neue feministische Kapitalismuskritik, schwule und lesbische Paarbindungen, menschliche Holunderblüten - was man im Radio nicht verpassen sollte.

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Das kleine Dorf Sonokrom liegt tief im ghanaischen Hinterland, unberührt vom modernen Leben. Der Wald ist hier noch immer ein mythischer Ort, die Geister der Vorfahren sind lebendig. Aber dann geschehen grauenvolle Dinge, deren Auswirkungen bis in die hauptstädtische Politik reichen. Ein Gerichtsmediziner kommt ins Dorf, um das Verbrechen aufzuklären. In Nii Parkes Hörspielkrimi „Die Spur des Bienenfressers“ stoßen die wissenschaftliche Vernunft des Arztes und der metaphysische Glaube der Dorfbewohner aufeinander (Deutschlandfunk, 23. August, 0 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Unsere Gesellschaft wird älter, bald sind die Fünfzigjährigen in der Überzahl. Eine gute Zeit, um über die weibliche Menopause zu reden. Die Gesundheitsindustrie hat das Thema längst entdeckt, auch der kulturelle Diskurs wird umfangreicher. Barbara Eisenmanns Feature „Das Menopausending“ bietet einen Überblick über Konstellationen, Konflikte, Ideologien. Die Menopause als angebliche Krise, die Frauen nicht ohne professionelle Hilfe bewältigen können. Als Krankheitsbild, das mit individuellen Gesundheitsleistungen bekämpft werden muss. Und, last but not least, als Thema für eine neue feministische Kapitalismuskritik (Deutschlandradio Kultur, 23. August, 18 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Ein lesbisches Paar wünscht sich Kinder, ein schwules Paar ebenfalls. Die Natur erlaubt keine einfachen Lösungen, also geht man unkonventionelle Wege. Wiebke Starcks Feature „Elternquartett“ dokumentiert eine Lebensallianz der besonderen Art. Das schwule und das lesbische Paar haben zusammen einen Haushalt gegründet und ziehen ein gemeinsames Kind groß (Kulturradio vom RBB, 24. August, 14 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Arno Schmidt neigte zu grimmiger Ironie. Den Menschen hielt er für eine kuriose Gestalt, seinen viel beschworenen Geist hat er einmal mit Holunderblüten verglichen. „Holunderblüte“ heißt auch Jan Philipp Reemtsmas Monolog, in dem ein Alter Ego des großen Schriftstellers zum Reden gebracht wird. Eine ebenso geistreiche wie komische Kompilation aus Schmidt’schen Texten, von Edgar Selge zu Gehör gebracht (Deutschlandfunk, 26. August, 20 Uhr 10).

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